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Wettbewerb

Gewinner des deutschen Waldpreises stehen fest

Wettbewerb
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 28.06.2021 - 15:13

Von den insgesamt vier Preisträgern stammten mit Ludwig Pertl und Christian Bartsch gleich zwei aus Bayern.

Mit dem DEUTSCHEN Waldpreis ehrt das Forstportal forstpraxis.de, ein Medium aus dem Hause dlv Deutscher LandwirtschaftsverlagMenschen, die sich in besonderer Weise für die Forstbranche stark machen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner unterstützt den Deutschen Waldpreis und bedankte sich bei den Siegern im Rahmen der digitalen Preisverleihung „für das Engagement für unsere Wälder“.

Die vier Preisträger des 4. DEUTSCHEN Waldpreises sind:

Bärbel Kemper (Sachsen) – Waldbesitzerin des Jahres 2021

Bärbel Kemper aus Liebstadt (Lks. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) bewirtschaftet mit ihrem Mann Thomas Schlomski und der Tochter Anna-Karina neben den landwirtschaftlichen Flächen des Landguts Kemper & Schlomski auch 66 ha Wald. Mit großer Begeisterung setzt sie zukunftsweisende Leuchtturmvorhaben im Wald um und geht als Impulsgeberin mit gutem Beispiel voran. Der Wald wird mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Multifunktionalität bewirtschaftet und ist PEFC-zertifiziert. Sie hat wertvolle Naturschutzbiotope im Wald angelegt und zusammen mit zahlreichen Offenlandbiotopen zum komplexen Biotopverbund ausgebaut. Dazu gehören auch insektenfreundliche Aufforstungen, Feuchtbiotope, artenreiche Waldsäume und Trockenmauern im Wald sowie Streuobstflächen und Naturschutzteiche. Den DEUTSCHEN Waldpreis sieht Waldbesitzerin Kemper als eine Möglichkeit, andere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zu ermutigen, durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit passende Unterstützer und Kooperationspartner für die Realisierung der vielfältigen Waldthemen zu finden und selbst aktiv zu werden.

Christian Bartsch (Bayern) – Förster des Jahres 2021

Seit 16 Jahren ist Christian Bartsch Förster mit Herz und Verstand. Er lebt mit seiner Familie im Kreis Haßberge und betreut als Betriebs- und Revierleiter das städtische Forstamt Eltmann mit 1.100 ha Wald; 880 ha davon befinden sich im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) „Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwaldes“. Sein Ziel ist es, den wertvollen Wirtschaftwald und den unbedingt notwendigen Waldnaturschutz in Einklang zu bringen. So tritt er für eine sich stets weiterentwickelnde multifunktionale, zukunftssichere und nachhaltige Forstwirtschaft ein. Die Bewirtschaftung erfolgt in seinem Revier nach den Grundsätzen der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft e.V. (ANW) und gemäß den deutschen FSC-Standards (ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltigere Waldwirtschaft). Außerdem findet und fördert Bartsch gezielt seltene Laubbaumarten, beispielsweise autochthone Speierlinge, Elsbeeren und Zerreichen.

Als Mitglied im Bayerischen Städtetag engagiert sich Bartsch zudem forstpolitisch und organisiert Waldführungen. Darüber hinaus betreut und berät er sechs verschiedene Jagdgenossenschaften und organisiert hier den Wegebau sowie den Gehölzrückschnitt.

Günter Rauch (Baden-Württemberg) – Forstunternehmer des Jahres 2021

Das Unternehmen Günter Rauch aus Rosenfeld-Bickelsberg (Lks. Zollernalbkreis) gewann die Kategorie „Forstunternehmer/in des Jahres“. Laut Jury handelt es sich um ein vorbildliches Forstunternehmen, dessen Wirken über die eigene Region hinausstrahlt. Rauch war einer der Ersten, der Ende der 1980er Jahre in Maschinen für die hochmechanisierte Holzernte investierte und die Waldarbeit in Deutschland damit einen großen Schritt voranbrachte.
Günter Rauch betreibt drei Unternehmen, die sich alle durch innovative Ideen auszeichnen. Die Firma Holzernte & Holzhandel übernimmt im Forst von der Pflanzung bis zur Holzernte praktisch alle Arbeiten. Im Brennholzzentrum Bickelsberg produziert Rauch Scheitholz und Holzhackschnitzel für die Region. Die Hackschnitzel werden zum großen Teil im Heizkraftwerk Naturenergie Kleiner Heuberg, seiner dritten Firma, verheizt.
Rauch engagiert sich auch gesellschaftlich: Schon als junger Unternehmer trat er als Vorsitzender der Fachgruppe Forstunternehmer im Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) für die Interessen seiner Branche ein. Außerdem bildet sein Unternehmen Azubis aus.

Ludwig Pertl – Sonderpreis „Nachhaltigkeit Wald 2021“

Von 1977 bis 2017 war Ludwig Pertl als Revierförster in Kaufering tätig. Schon während seiner aktiven Zeit hat er eine Reihe wegweisender Projekte rund um den Wald angestoßen. Besonders liegt ihm der Waldboden am Herzen. Wie es Klaus Wiegand von der RAL Gütegemeinschaft Wald- und Landschaftspflege e.V. in seiner Laudatio herausstellt, kann es ohne einen gesunden Boden auch keinen gesunden Wald geben.
Pertl hat bereits 2003 ein Anreizsystem für den Trinkwasserschutzwald entwickelt und umgesetzt. Dieses wurde 2008 auch für den dortigen Energiewald übernommen.
Auch nach seiner aktiven Zeit ist der 60-jährige Pertl „nachhaltig“ für den Wald tätig. Seit 2017 ist Kaufering der Deutsche Partner beim EU-Projekt Links4Soils im Rahmen der europäischen territorialen Zusammenarbeit (INTERREG) und Pertl für dessen Management mitverantwortlich.

Mehr Infos über den DEUTSCHEN Waldpreis finden Sie auf: www.deutscher-waldpreis.de. Auf der Seite www.forstpraxis.de können Sie sich die Preisverleihung noch einmal anschauen. Sollten weitere Fragen zum DEUTSCHEN Waldpreis bestehen, kann Fachmann Rainer Soppa (rainer.soppa@dlv.de, Tel.: 089 12705 374) weiterhelfen.