Lieber Leser

Gesichert auf drei Beinen stehen

Wald Herz
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Sepp Kellerer
am Donnerstag, 01.08.2019 - 08:01

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die nächsten 5 Jahre 30 Millionen neue Bäume pflanzen.

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Noch nicht überall in Bayern ist die Getreideernte in trockenen Tüchern. Österreich ist uns da einen Schritt voraus, wenn auch noch nicht ganz fertig. Im weißblauen Freistaat hat das Wetter die Mähdrescher gebremst. Sicher hat es an manchen Stellen auch kräftige Schauer gegeben, aber überwiegend gilt wohl bezogen auf den Regen der Satz „zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel.“ Immer wieder habe ich auf die prallen Wolken geschaut und mir gedacht, das müsste doch für drei Tage Schnürlregen reichen, aber da habe ich mich sauber getäuscht. Immer grad so viel, dass eben die Mähdrescher nicht rausfahren konnten.

Überall in Bayern leiden die Wälder unter der Trockenheit und unter Schädlingen und in diesem Punkt geht es den rot-weiß-roten Nachbarn auch nicht besser. Da kommt es doch gerade recht, wenn der Wald in den Blickpunkt öffentlichen Interesses rückt, da müsste dann doch auch für die gestressten Bäume und für die leidgeprüften Waldbesitzer nachhaltige Hilfe im Anmarsch sein.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die nächsten 5 Jahre 30 Millionen neue Bäume pflanzen, Äthiopien hat verkündet, man habe in dem Land am Montag dieser Woche 350 Millionen junge Bäume gesetzt. Aber diese Zahlen seien nur am Rande erwähnt.

Blicken wir noch mal ein Stück zurück. Vor ein paar Wochen haben Schweizer Wissenschaftler festgestellt, dass der Wald dem Klimaschutz dient und die Öffentlichkeit, die Medien und die Politik springen auf. Seit Jahren erläutert der Cluster Forst und Holz in Bayern, dass Wald pflegen und Holz nutzen angewandter Klimaschutz ist, und kaum einen hat es interessiert. Seit Monaten haben die Waldbesitzer auf die prekäre Situation draußen in den Wäldern hingewiesen und den Begriff Waldsterben 2.0 geprägt. Die Wirkung: da und dort eine Randnotiz. Jetzt haben Umweltverbände den Begriff aufgegriffen und schon rauscht es im Blätterwald.

Egal, der Wald steht im Blickpunkt und es gilt klarzumachen, was nötig ist, um eine nachhaltige Waldwirtschaft für die Zukunft zu sichern. Wichtig dabei: Die Nachhaltigkeit ruht auf den drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Es müsste einleuchten, dass ein dreibeiniger Hocker umfällt, wenn ich ein Stuhlbein absäge. Wir können also den Naturschutz noch so sehr stärken, wenn wir das Wirtschaften und die Eigentümer dabei vergessen, dann kippt das ganze System. Genauso gilt: Ohne die Natur stehen wir auch nicht stabil.