Ausbildung

Forstwissenschaft: Sponsoring von Studiengängen abgelehnt

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 09.03.2021 - 17:21

Klare Kante gegen einen Stiftungsstudiengang zeigen die neun forstwissenschaftlichen Fakultäten. Die Waldbauern sehen das auch so.

Wohlleben-Peter-Förster

Die Familienbetriebe Land und Forst und die AGDW – Die Waldeigentümer begrüßen die Kritik der neun Hochschulen und Universitäten mit forstlichen Studienangeboten in Deutschland, darunter auch München und Weihenstephan, keinen neuen Studiengang „Ökologische Waldwirtschaft“ an der FH Eberwalde anzubieten. Dieser soll auf Initiative des Verlags Gruner+Jahr und dessen Magazin GEO mit dem Buchautor Peter Wohlleben sowie über weitere Sponsoren eingerichtet werden.

„Die deutschen Hochschulen mit ihren forstwissenschaftlichen Fakultäten sind an dieser Stelle gut aufgestellt“, betonen die Verbände, „Ökologie ist bereits seit langem ein fester Bestandteil von Forschung und Lehre in der Forstwissenschaft“.

Die Einflussnahme durch private Sponsoren, die populistische und nicht auf Fakten basierende Themen in die Wissenschaft hineintragen, bewerten die Verbände kritisch.

„Der eindeutigen Erklärung der neun Hochschulen ist nichts hinzuzufügen – für Privatinteressen von Verlagen und deren Autoren sollte es dort keinen Raum geben“, so die Vorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, und der AGDW – Die Waldbesitzer, Hans-Georg von der Marwitz.

Externe Einflussnahme abgelehnt

Die Hochschulen und Universitäten erklären, sie seien allen ihren Studierenden verpflichtet und darum bemüht, sie durch eine ausgezeichnete Ausbildung auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einer gesamtgesellschaftlich verantwortlichen Waldwirtschaft vorzubereiten.

"Dies bedeutet, dass ein forstliches Studium möglichst breit angelegt ist und auf der Basis eines gesicherten Fachwissens ein möglichst vielfältiges Instrumentarium zur Lösung spezifischer Probleme und zur Erfüllung unterschiedlichster Anforderungen an den Wald vermitteln sollte. An diesem Ziel orientieren wir unsere Ausbildungsinhalte und entwickeln die Studiengänge stetig weiter" so die Hochschulen.

Sie verdeutliche in der gemeinsamen Erklärung, in die Weiterentwicklungs- und Qualitätssicherungsprozesse ihrer Studiengänge grundsätzlich verschiedenste Interessensgruppen des Waldes und Vertreter*innen möglichst vieler potentieller Beschäftigungsfelder der Absolvent*innen zu integrieren. Selbstverständlich auch solche aus dem Bereich der Ökologie, des behördlichen Naturschutzes und des Verbandsnaturschutzes.

Eine externe Einflussnahme auf diesen Prozess wie durch die Förderung von Stiftungsprofessuren, die mit der Auflage verbunden ist, einen neuen Studiengang einzurichten und dessen inhaltliche Ausrichtung vorgibt, lehnen die neun Hochschulen und Universitäten grundsätzlich ab.