Waldbau

Fichtenborkenkäfer nutzen die „wenigen“ trockenen Stunden

Cornelia Triebenbacher, Karin Bork
am Mittwoch, 29.05.2019 - 11:20

Bei der Schwärmaktivität handelt es sich teils immer noch um die überwinterten Käfer.

Borkenkäfer

Nach Ende der Eisheiligen wurde es zunächst kurzfristig wärmer und trockener. Diese Zeit nutzten Buchdrucker und Kupferstecher für einen intensiven Schwarmflug in der letzten Woche, v.a. in den Landkreisen Passau, Rottal-Inn, Mühldorf und Altötting sowie Eichstätt, Neu-Ulm und Aschaffenburg. Bei der Schwärmaktivität handelt es sich teils immer noch um die überwinterten Käfer beim Ausflug zur Anlage der ersten Generation (v.a. in den bisher kühleren Regionen Oberfrankens, Niederbayerns und des Alpenvorlandes) teils erfolgt bereits  ein erneuter Ausflug der Altkäfer zur Anlage der Geschwisterbrut.

Aufgrund der derzeit regional erhöhten Niederschläge konzentrieren sich die Ausflüge auf z.T. wenige Stunden bis Tage. Damit ist mit einem stark geballten Schwärmflug und massivem Angriffspotenzial der Käfer zu rechnen. Die Bohrmehlsuche wird derzeit durch wiederholten Regen und Wind massiv erschwert.

    Handlungsempfehlungen

    Schwärmverlaug
    • Bohrmehlsuche verstärkt im Randbereich letztjähriger Käfernester und um liegendes befallenes Holz, insbesondere wo noch immer letztjährige Käferbäume stehen, an aufgerissenen, süd- und südwestlichen Waldrändern, um befallenes liegendes Holz bzw. Holzpolter
    • Befallskontrolle von liegenden bruttauglichen Fichtenkronen und Resthölzern aus den Sturm- und Schneebruchschäden des Winters auf Kupferstecherbefall und unverzügliche Aufarbeitung
    • Beseitigung auch von nicht befallenem bruttauglichem Material, um den Aufbau lokal hoher Dichten vor allem des Kupferstechers zu verhindern
    • Einschlag von frischem Stehendbefall und unverzügliche Abfuhr aller befallenen, liegenden Hölzer!
    • Bei stockendem Holzabfluss zeitnahe Behandlung befallener Holzpolter mit zugelassenen Insektiziden!