Versuchsfläche

Erster SDW-Versuchswald in Bayern

SDW-Versuchswald_B
Ludwig Holly
am Donnerstag, 18.03.2021 - 16:00

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) wurde bei der Flächensuche fündig.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) war schon längere Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Fläche, wo sie ihr Konzept der integrativen Waldwirtschaft in der Praxis umsetzen kann. Jetzt wurden sie im Ortsteil Grub der Gemeinde Poing/Lks. Ebersberg fündig.Dort konnten sie sich mit einem Kooperationsvertrag für eine Zeit von 30 Jahren die Nutzung einer 15 ha großen Waldfläche des Staatsguts Grub sichern – und den ersten SDW-Versuchswald in Bayern anlegen.

Klimagerechter Waldumbau

„Die Kombination der Ziele, Teilsanierung des Gruber Waldbestandes nach Trockenschäden einerseits und nachhaltiger, klimaschonender Waldumbau plus Nutzung für die Lehre und Forschung andererseits, haben uns überzeugt“, erklärte Dr. Hermann Lindermayer. Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter (BaySG). Die Waldfläche werden die BaySG unter Beachtung der Vertragsziele weiterhin für forstbetriebliche und jagdliche Maßnahmen nutzen.

Und was passiert nun auf der Fläche? Die Waldfläche wird sowohl für Anbauversuche verschiedener Baumarten, als auch als Übungs- und Forschungswald für Studierende der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf verwendet.
Mit Kursen zur waldbezogenen Umweltbildung will die SDW auch den Bürgern vor den Toren Münchens die Auswirkungen des Klimawandels deutlich machen und ihnen den Wald als Ort der Erholung, der Gesundheitsförderung, der Biodiversität, der schulischen Bildung sowie als Forschungs- und Erfahrungsraum im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung näher bringen.

Es gibt bereits einiges zu sehen

Bei der offiziellen Vorstellung der Fläche gab es auch schon einiges zu sehen: Auf der Fläche wurden rund 400 Plots vermessen und abgesteckt und auf ihnen die Baumarten Spitzahorn, Vogelkirsche, Stiel- und Traubeneiche wurzelnackt und als Containerpflanze gepflanzt. Zusätzlich zur klassischen Baumschulware wurden die Traubeneichen auch mit dem „Altmühltaler Pflanztopf“, der aus einem Quelltopf mit Pflanze und Schutznetz besteht, ausgebracht.

„Mit diesem Projekt können wir den Menschen die Natur näher bringen und einen wichtigen Beitrag zur Umwelt- und Schulbildung leisten“, zeigte sich die Vorsitzende der SDW und Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel sehr zufrieden. „Durch das außerordentliche Engagement der BaySG konnte nun ein Waldort geschaffen werden, welcher praxisnahe Waldforschung auf den durch Trockenheit und Hitze stark beeinflussten Standorten ermöglicht“, sagte SDW-Geschäftsführer Simon Tangerding.