Forst

Borkenkäfer: Die Rinde sitzt jetzt schon locker

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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 23.09.2021 - 11:03

Fichten mit Nadelverfärbung schnellstmöglich aufarbeiten, um Rindenabfall zu verhindern.

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Die Ende Juni bis Anfang Juli angelegte zweite Buchdruckergeneration ist fertig entwickelt. Mitte bis Ende August wurde die zweite Geschwisterbrut angelegt. Diese befindet sich aktuell zum Großteil im Larven-, teilweise schon Puppenstadium unter der Rinde. Bei weiterhin Temperaturen über dem Entwicklungsnullpunkt von 8,3 °C wird sie als Jungkäfer unter der Rinde überwintern.

Die Fichten aus dem Sommerbefall haben in den letzten Wochen mit Nadelverfärbung und -verlusten und mit Rindenabfall bei grüner und roter Krone gezeichnet. In diesem Jahr sitzt die Rinde durch die längere Entwicklungsdauer zum jetzigen Zeitpunkt besonders locker. Es ist also schon vor dem ersten Forst mit weiterem Rindenabfall zu rechnen.

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Problematisch ist, dass bei Rindenabfall die unter der Rinde sitzenden Käfer „gezwungen“ werden, die Rinde zu verlassen. Bei warmen Temperaturen fliegen sie gegebenenfalls noch im Oktober und suchen sich einen neuen Überwinterungsstamm.

Bei kühlen Temperaturen verbleiben sie in den abgefallenen Rindenstücken – zum Teil in mehreren Stockwerken – oder ziehen sich in den Boden zurück.

Für die Ausgangslage 2022 ist es daher entscheidend, Fichten mit Nadelverfärbung schnellstmöglich aufzuarbeiten, um einen Rindenabfall zu verhindern. Bedeutet dies jetzt eine Aufarbeitung von Totholz? Nein, schauen Sie unter, besser in die Rinde.

Mit Material von Cornelia Triebenbacher und Karin Bork, LWF