Waldschutz

Borkenkäfer: Hitze beschleunigt Brutentwicklung

Bork-Monitoring_B
Cornelia Triebenbacher, Karin Bork und Hannes LemmeLWF
am Donnerstag, 24.06.2021 - 15:35

Die hochsommerlichen Temperaturen der letzten beiden Wochen haben die Brutentwicklung der Fichtenborkenkäfer stark beschleunigt.

Die hochsommerlichen Temperaturen der letzten beiden Wochen haben die Brutentwicklung der Fichtenborkenkäfer stark beschleunigt. In einigen der ausgelegten Bruthölzer sind inzwischen Puppen bis Jungkäfer mit Reifungsfraß zu finden. Die Bruten, die in der 19. KW (Mitte Mai) in den wärmeren Lagen bis 600 m ü. NN angelegt wurden, sind fast fertig entwickelt. Bei weiterhin hohen Temperaturen können Käfer der ersten Generation in ein bis zwei Wochen ausfliegen.
Ein Großteil der Buchdrucker hat jedoch, auch in den hohen Lagen, die erste Brut in der KW 23 (Anfang Juni) angelegt. Diese Altkäfer schwärmen aktuell zur Anlage der Geschwisterbruten aus.

Die Anflüge an den Monitoringstandorten sind weiterhin sehr hoch. Die aktuelle Gefährdungskarte mit wochenaktuellen Fallenfängen finden Sie im Internet (www.fovgis.bayern.de/borki).

Ausflug der Jungkäfer verhindern

Um den Ausflug der ersten Jungkäfer zu verhindern und das Bohrmehl bei der Anlage der Geschwisterbrut zu finden, sollten Sie jetzt nochmal gründlich suchen. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen der letzten Woche haben die Fichtenborkenkäfer ihren Befall – zumindest in Teilen – in die Bestandstiefe verlagert.

Daher empfiehlt die LWF Waldbesitzern folgendes Vorgehen:
  1. Suchen Sie Bohrmehl! Die Chancen, Bohrmehl zu finden, sind weiterhin günstig, da die Käfer stark schwärmen und dabei große Mengen und gut sichtbares Bohrmehl produzieren. Starker Harzfluss ist bei ausreichender Wasserversorgung ebenfalls ein Indiz für Buchdruckerbefall. Schauen Sie unter die Rinde, wenn Sie sich unsicher sind.
  2. Fichten mit abfallender Rinde identifizieren!
  • Suchen Sie im Mai befallene Fichten mit angelegter Brut – das sind vor allem Randbäume letztjähriger Käferlöcher, an südexponierten oder aufgerissenen Waldrändern und Windwürfen.
  • Achten Sie auf abfallende Rinde bei noch grünen Kronen oder bereits roter Krone!
  • Wenn Sie befallene Fichten am Bestandsrand gefunden haben, kontrollieren Sie alle Fichten im Umkreis von mindestens einer Baumlänge – auch im Bestandsinneren!
  • Befallene Fichten, besonders die mit fortgeschrittener Brutentwicklung, müssen in den nächsten ein bis zwei Wochen aufgearbeitet und aus dem Wald verbracht werden.
  • Kontrollieren Sie Resthölzer auf Befall von Kupferstecher und verbringen Sie auch Gipfel, Äste und Resthölzer aus dem Wald oder hacken diese.