PEFC-Richtlinien

Bioöl und Sonderkraftstoff

Kathrin Selhuber, PEFC-Regionalassistentin Bayern
am Dienstag, 25.05.2021 - 05:51

Zu den PEFC-Richtlinien zählen auch Vorgaben zu Betriebsstoffe der Motorsäge.

BLW_Geruchsprobe

Die PEFC-zertifizierten Waldbesitzer haben sich verpflichtet, schnell abbaubare Kettenöle (Bioöl) und Hydraulikflüssigkeiten zu verwenden, um den größtmöglichen Schutz des Wassers und des Bodens zu gewährleisten. Jährlich gelangen beim Holzeinschlag mehrere Tausend Tonnen Schmierstoffe in die bayerischen Wälder. Bei der Waldarbeit lassen sich diese Mengen nicht vermeiden: Motorsägen verbrauchen pro 10 m³ eingeschlagenem Holz ca. 1,5 l Öl.

Weil die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit existentiell für die Bewirtschaftung des Waldes durch kommende Generationen ist, ist die Verwendung von Bioöl ein wichtiges Kriterium der PEFC-Zertifizierung. Biologisch schnell abbaubare Kettenöle sind leicht anhand von verschiedenen Umweltzeichen zu erkennen. Durch technische Neuerungen und Anpassungen der Produkte ist ein Verharzen und Verkleben der Sägekette bei modernen Bioölen praktisch nicht mehr gegeben.

Als weiterer Betriebsstoff ist für die Arbeit mit der Motorsäge der Kraftstoff unerlässlich. Für die meisten Waldbesitzer gehört es schon zum guten Ton: die Verwendung von Sonderkraftstoffen anstelle des „Selbstgemischten“. Das vorgefertigte Gemisch der Hersteller erfreut sich immer größerer Beliebtheit, bietet es dem Anwender doch viele Vorteile.

Sonderkraftstoff für die Motorsäge

Der Sonderkraftstoff, auch Kraftstoffmix oder Alkylatbenzin, enthält weder krebserregendes Benzol, noch Schwefel. Dies macht sich bereits bei der ersten Anwendung bemerkbar. Klagte der ein oder andere Waldbesitzer früher öfter über Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Erschöpfung, weil er die giftigen Abgase der Motorsäge eingeatmet hat, bleiben solche Symptome heute aus.

Daneben gibt es auch technische Vorteile: Der Sonderkraftstoff entmischt sich während der maximalen Aufbewahrung von 2 bis 5 Jahren nicht, auch nicht bei längeren Gebrauchspausen. Dies ist ein Gewinn vor allem für Waldbesitzer, die unregelmäßig mit der Motorsäge arbeiten. Der Kraftstoff kann ohne weiteres über den Sommer in der Säge verbleiben – ohne im Herbst den berüchtigten Kolbenfresser zu verursachen.
Bei der Verwendung von neueren Motorsägen empfiehlt es sich sowieso, die Säge mit Sonderkraftstoff zu betreiben, denn die Hersteller haben die Motoren der Säge auf diese Art des Kraftstoffs und sein stabiles Mischungsverhältnis eingestellt. Bei der Umstellung einer älteren Motorsäge auf den Betrieb mit Sonderkraftstoff empfiehlt es sich, den Fachhändler zu Rate zu ziehen und ggf. eine Motorspülung durchführen zu lassen. Im Laufe der Jahre hat sich bei älteren Sägen eventuell Ruß angelagert, welcher durch den Sonderkraftstoff abgelöst würde.
Auch wenn die Abgase sich durch den Sonderkraftstoff ändern, eines bleibt natürlich: Der röhrende Klang, wenn die Arbeiten im Wald wieder losgehen.