Bauen mit Holz

AG Rohholz sieht in Holzvorratsaufbau im Wald keinen Klimaschutz

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 18.08.2021 - 10:22

Damit widerspricht die AGR der Sichtweise des Bundesumweltministeriums und kritisiert, dass die nachhaltige Holzverwendung zu wenig Berücksichtigung finde.

Laut dem Eckpunktepapier des Bundesumweltministeriums (BMU) soll eine Honorierung von Ökosystemdienstleistungen vor allem über die Erhöhung des Holzvorrats auf der Fläche geschehen. Zudem soll der kontinuierliche Zuwachs gesichert, als Bemessungsgrundlage hierfür der im Holz gebundene Kohlenstoff herangezogen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) bezeichnet den Ansatz des BMU als doppelt problematisch: Zum einen findet die Klimaschutzleistung der nachhaltigen Holzverwendung keine Berücksichtigung, zum anderen wird das erhöhte Risiko für den Wald nicht bedacht. „Wer meint, mehr Holz im Wald zu belassen sei gleichbedeutend mit mehr eingelagertem Kohlenstoff und damit mit mehr Klimaschutz, denkt zu kurz“, so AGR-Präsident Leonhard Nossol. Beispielsweise bedeute das ökologisch wichtige Totholz für den Wald immer auch eine Gefahr als potenzielle Brandlast. Die Steigerung der Holzvorräte mache die Wälder zudem insgesamt anfälliger, z.B. gegen Stürme und Insektenschäden.

Holzknappheit befürchtet

Als ökologisch und ökonomisch wichtiger, nachwachsender Rohstoff würde der Gesellschaft auch das Holz fehlen, so die AGR. „Wie entscheidend die Versorgung der Gesellschaft mit Holz ist, ist in den letzten Monaten deutlich geworden. Es ist wichtig, dass wir nicht langfristig durch falsche politische Anreize in die nächste Holzknappheit rutschen“, so Nossol weiter.

Den Ansatz, die Klimaschutzleistungen der Wälder zu honorieren, befürwortet die AGR generell. Ziel müsse aber sein, den Waldbesitzern die große Herausforderung des klimawandelbedingten Waldumbaus zu ermöglichen. Eine Honorierung muss sich an der Nutzung der Wälder orientieren, damit das Holz seine Klimaschutzleistung voll entfalten kann. Von klimaangepassten Wäldern profitiert langfristig auch die Biodiversität. Den Wald der Zukunft sollten nahc Ansicht der AGR deshalb vor allem die Baumarten bestimmen, die im Klimawandel bestehen und gleichzeitig die nachhaltige Holznutzung sichern. Dieses Ziel zu erreichen, werde schwierig genug, deshalb dürfe es bei der Baumartenauswahl auch keine Denkverbote geben.