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Förderung

Wolfszaun nicht mehr zu 100 % gefördert

Barbara Höfler
am Dienstag, 18.01.2022 - 14:17

Der Staat fördert, anders als versprochen, Material- und Montagekosten nur noch bis zu einer Obergrenze.

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Das Landwirtschaftsministerium hat Anfang des Jahres die AELFs darüber informiert, dass künftig eine Art Kostendeckel für Herdenschutzzäune gilt.

Als Referenzwert, der nicht überschritten werden darf, gelten 13 Euro netto pro Meter Festzaun mit vier Litzen und 3,25 Euro pro Meter stromgeführtes Schafnetz. Die Beträge einzuhalten ist vor allem für Bauern in Regionen mit anspruchsvollen topographischen Verhältnissen schwierig. Dort gestaltet sich die Zäunung sehr aufwändig.

Auch Wochenblatt-Leser berichten, dass sie damit im Alpenraum auf einen Großteil der tatsächlichen Kosten sitzenbleiben, die schon bei Zaunlängen von lediglich 300 Metern fünfstellige Beträge ausmachen.

Für kleine Weidetierhalter und Nebenerwerbslandwirte ist dieser finanzielle Aufwand das nicht leistbar.

Hohe Nachfrage nach Herdenschutz

Grund dafür ist die hohe Nachfrage nach Herdenschutz und damit einhergehend heftig gestiegene Zaunbaukosten.

Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO), hat Verständnis dafür, dass der Staat nicht unbegrenzte Kostenhöhen fördern kann. „Dass manche Firmen sich bereichern, war aber vorauszusehen. Was jetzt nicht sein darf, ist, dass die Kosten auf so niedrigem Niveau gedeckelt werden, dass der Landwirt sie tragen muss. Da sind wir strikt dagegen und da werden wir auch dagegen vorgehen“, so Stöckl. „Wenn man sagt, man möchte in bestimmten Gebieten den Wolf, dann muss die Förderung in als zäunbar eingestuften Gebieten zu 100 Prozent übernommen werden.“ Die Position des AVO beinhaltet, dass in Gebieten, die von der Weideschutzkommission als unzumutbar zäunbar eingestuft werden, die Entnahmeregelung für Problemwölfe erheblich erleichtert werden sollen. Alternative Herdenschutzmaßnahmen wie Herdenschutzhunde sind nach Ansicht des AVO im touristisch frequentierten Alpenbereich keine Option.