Notfall

Wolfsriss: Notfallteam erstmals im Einsatz

aiz
am Freitag, 11.06.2021 - 10:37

In Österreich gibt es jetzt Beutegreifer-Notfallteams. Sie übernehmen nach Wolfsrissen die Suche nach vermissten Tieren und den Schutz der restlichen Herde.

Schaf

Gumpenstein - Nachdem es im Gebiet der Agrargemeinschaft Schafburg in Hundsdorf, Gemeinde Rauris in Salzburg, am vergangenen Wochenende zu einem Vorfall mit einem Wolf gekommen war, bei dem zahlreiche Schafe getötet wurden und rund 60 Tiere in Panik zu Schaden kamen oder abgängig sind, kam erstmals ein Beutegreifer-Notfallteam zum Einsatz.

Alarmiert durch einen Vertreter der Bezirksbauernkammer St. Johann im Pongau, dem Wolfsbeauftragten des Landes und dem Obmann des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs (ÖZ), sicherte das Team Österreich Mitte, bestehend aus je zwei Mitarbeitern der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und des Maschinenrings Enns-Paltental, am Montagabend vor Ort den Pferch, in den die restlichen 90 Schafe der Herde gebracht worden waren, mit einem Schutzzaun. Aufgrund der großen Zahl an abgängigen Tieren, wurde die Suche auf den kommenden Tag verschoben. Mithilfe einer Drohne der HBLFA, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, konnten zehn Tiere lebend aufgespürt werden. Diese waren aber so verschreckt, dass nur ein Schaf eingefangen werden konnte. Die restlichen Tiere flüchteten in nicht zugängliches Gelände.

Teams sind geschult und bringen Material und spezielle Ausrüstung mit

Die Aufgabe der Beutegreifer-Notfallteams besteht darin, den betroffenen Haltern und Hirten schnell und unbürokratisch sowie mit entsprechendem Fachwissen und mit Ausrüstung zu helfen. Das Team muss möglichst schnell am Einsatzort sein, die Situation unter dem Gesichtspunkt des Herdenschutzes beurteilen, nach Möglichkeit weitere Übergriffe verhindern und Informationen an benachbarte Weidegebiete weitergeben. Als konkrete Maßnahmen zählen unter anderem das Aufstellen von Herdenschutzzäunen, das Zusammentreiben versprengter Tiere oder auch Hilfe bei einem möglichen vorzeitigen Abtrieb. Das Team bringt dazu notwendiges Material und spezielle Ausrüstung mit.

Die Idee, Aufstellung und Ausbildung dieser Notfallteams erfolgte im Rahmen des internationalen Projektes WolfAlpsEU, EU-kofinanziert im Rahmen des LIFE-Programmes. Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein ist in Österreich gemeinsam mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien aktiv.