Wolfsmanagement

Wolfsregulierung nach französischem Vorbild

Wolfsrudel
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 04.08.2021 - 13:55

Landwirtschaftsverbände aus NRW haben ein systematisches Bestandsmanagement und eine nachhaltige Regulierung des Wolfsbestandes nach französischem Vorbild gefordert.

Der Wolf ist nach Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Frankreich ebenso wie in Deutschland als streng zu schützende Tierart eingestuft. Als Ausnahme vom Töteverbot dürfen im Nachbarland unter streng festgelegten Bedingungen bis zu 19 % der jährlich geschätzten Wölfe lethal entnommen werden. Bei einem Wolfsbestand von 99 Rudeln wurden im vergangenen Jahr in Frankreich 110 Wölfe zur Tötung freigegeben und 97 Tiere tatsächlich entnommen.

Zum Vergleich: Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz gab es im Monitoringjahr 2019/2020 in Deutschland 128 Wolfsrudel, Entnahmen gab es nach Kenntnis der Verbände keine. Parallel dazu ist jedoch die Zahl der hierzulande bei Wolfsangriffen getöteten und verletzten Weidetiere in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf wurden allein im Vorjahr bei 887 Wolfsübergriffen 2.894 Nutztiere verwundet oder getötet – darunter mehr als 2.500 Schafe und Ziegen, aber auch Rinder und Pferde.

In einem gemeinsamen Schreiben haben sich Landwirtschaftsverbände an das Düsseldorfer Umweltministerium gewendet. Zur Sicherung der Zukunft der gesellschaftlich erwünschten Weidetierhaltung müssen nach Auffassung der Verbände daher endlich auch hierzulande Lösungsansätze zum Umgang mit dem Wolf wie in Frankreich auf den Weg gebracht werden.