Wolfsmanagement

Wolf: Nutzerverbände zeigen Geschlossenheit

Max Riesberg
Max Riesberg
am Dienstag, 30.03.2021 - 11:00

Die Angst um die Tiere und die Perspektivlosigkeit der gegenwärtigen Situation eint die Tierhalter.

Wolfsmanagement

Im Rahmen eines digitalen Treffens der Nutzerverbände wie Mutterkuhhalter, Alm-/Alpbauern, Schaf- und Pferdehalter auf Einladung des BBV wurde deutlich, dass neben der Angst um die Tiere vor allem Ratlosigkeit unter den Weidetierhaltern herrscht, wie es überhaupt weitergehen soll.

„Wir merken nicht zuletzt aufgrund der Wolfsübergriffe in Wildgattern bei Betzenstein die verstärkte Aktivität des Wolfes in Bayern“, sagte Bezirkspräsident Stefan Köhler mit Blick auf die brisante Lage. Auch in Dachau, Landsberg/Lech, Nürnberg, Tirschenreuth, Amberg-Sulzbach, Miltenberg, Traunstein und Berchtesgaden wurden in diesem Jahr bereits Wölfe bestätigt.

Eine Koexistenz Wolf und Weide funktioniert nicht

Köhler machte die Position des BBV noch einmal deutlich: „Eine Koexistenz Wolf und Weide funktioniert nicht.“ Er habe sich daher mit einem Brief an den Agrar- bzw. Umweltausschuss im Bayerischen Landtag gewandt. Auch BBV-Präsident Walter Heidl habe Anfang des Monats in einem Brief an Umweltminister Glauber klar Stellung bezogen und erneut auf die Dringlichkeit der Thematik hingewiesen.

Beim BBV hat man sich indes in Sachen Wildtiermanagement neu aufgestellt und mit Philip Bust einen neuen federführenden Ansprechpartner installiert. Alles in allem sehen sich die bayerischen Weidetierhalter auf eine Katastrophe zusteuern. Auch ein Blick nach Österreich, wo man betroffene Almen bereits Ende Juli/Anfang August 2020 wieder geräumt habe, lasse ein Fiasko erahnen. Man sehe sich dort von politischen Entscheidungsträgern zum großen Teil im Stich gelassen. Daher müsse man nun auch in Bayern den Druck weiter erhöhen und Geschlossenheit von Nord nach Süd zeigen. Lösungen brauche es nun für noch bessere Beratung zum effektiven Herdenschutz. Die Ausweisung der Weideschutzzonen müsse vorangetrieben werden. Die Möglichkeit einer Entnahme von Problemwölfen und das damit verbundene Prozedere müsse zeitnah durchgespielt und eine gesamtdeutsche bzw. europäische Lösung angestrebt werden. Auch wenn man sich einer starken Lobby der „Wolfsfreunde“ gegenüber sehe, dürfe man nicht müde werden Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn es stehe zu viel auf dem Spiel.
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