Wolfsmanagement

Wolf vor der Haustür: Interview mit Rosenheimer Kreisbäuerin

Der Wolf rückt dem Menschen immer näher. Die Betroffene müssen vor Ort weitgehend allein mit der Situation zurechtkommen. Die psychologische Belastung ist riesig und die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen sind häufig nicht praktikabel.

am Mittwoch, 17.11.2021 - 17:28

Die Bauern sind in "Hab-Acht-Stellung" und die Befürchtungen sind groß, beschreibt Kreisbäuerin Katharina Kern die aktuelle Situation. Von ihrem Hof aus blickt sie auf eine Weide, auf dem es letztes Jahr zu einem Rissvorfall kam. Vergangene Woche hat eine Hofkamera im Landkreis eine Sequenz aufgenommen, auf der nach gegenwärtiger Einschätzung ein Wolf über einen Hof läuft.

Die Bäuerin führt selbst einen extensiven Grünlandbetrieb mit einer Alm - insgesamt macht das 8 km Außengrenze. Den wolfssicher einzuzäunen geht nicht, so lautet ihre praktische Erfahrung. Und der Herdenschutz, der den Bauern immer vorgesagt werde und der angeblich so problemlos umzusetzen sei, führe an der Realität vorbei. Ihre Sorge gilt den Menschen und den Tieren. Eine Koexistenz auf engen Raum kann sie sich nicht vorstellen.