Recht

Weideaustrieb steht an - unter schwierigen Vorzeichen

Kuh mit Horn
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Max Riesberg
am Donnerstag, 28.02.2019 - 14:11

Blauzungenkrankheit und ein kaum nachvollziehbares Gerichtsurteil werfen Fragen auf.

Die meisten von uns haben mittlerweile genug vom Winter, von Schnee und Kälte. Und hie und da schickt der Frühling auch schon seine ersten Vorboten ins Land. Da drängt es sich doch förmlich auf, an die kommende Weidesaison zu denken. Auch wenn diese heuer anscheinend unter besonders schlechten Vorzeichen zu starten scheint, Stichwort: Blauzungenvirus. Die Restriktionszone betrifft inzwischen auch einen Großteil Bayerns mit weitreichenden Folgen für den Handel und den Tierverkehr.

Doch noch ein weiteres Thema macht vor allem den Weidebetrieben, und hier besonders den Almbauern, große Sorgen und lässt sie die Welt nicht mehr verstehen. Ein Blick nach Tirol schürt Zukunftsängste all derjenigen, die ihre Tiere schon seit Generationen, sobald es das Wetter zulässt, ins Freie lassen. Schließlich ist das ja auch genau das, was Verbraucher und der LEH immer fordern: eine naturnahe, landwirtschaftliche Produktion in überschaubarem Rahmen.

Den Landwirten wird inzwischen allerdings auch hierfür der Boden unter den Füßen weggezogen. Denn in Tirol wurde jetzt ein Bergbauer in erster Instanz zu Schmerzensgeld und Rentenzahlungen von in Summe mehreren hunderttausend Euro verdonnert. Grund: Er soll die Sorgfaltspflicht beim Einzäunen seiner Rinderherde auf der Alm vernachlässigt haben. Komisch nur, dass das Gutachten des Sachverständigen im Prozess genau Gegenteiliges besagte. Eine Wanderin, die einen Hund bei sich führte, war von den Rindern 2014 totgetrampelt worden. Gegen das Urteil wurde Einspruch eingelegt.

Die politischen Reihen schließen sich nun anscheinend. Für die betroffenen Landwirte ist das auch dringend nötig. Denn es geht um ihre Existenz. Und Weidehaltung bleibt nun mal die natürlichste Form der Haltung und eine attraktive dazu – in vielerlei Hinsicht. Die Frage ist nur: In welchem Verhältnis steht der Aufwand, um den Menschen vor der Natur zu schützen?