Verordnungsentwurf

Vorschriften zur Sauenhaltung

Muttersau
Simon Michel-Berger Portrait 2019
Simon Michel-Berger
am Freitag, 29.11.2019 - 09:05

Der neue Verordnungsentwurf sieht eine ganze Reihe von Änderungen vor.

So werden als Beschäftigungsmaterialien „insbesondere Stroh, Heu, Sägemehl, Torf“ oder eine Mischung davon definiert. Im Aufenthaltsbereich der Schweine dürfen die Luftgehalte von Ammoniak (20 ccm/m2 Luft), CO2 (3000 ccm/m2 Luft) und Schwefelwasserstoff (5 ccm/m2 Luft) sowie ein bestimmter Geräuschpegel (85 db(A)) grundsätzlich nicht mehr überschritten werden. Bislang war nur ein „dauerhaftes“ Überschreiten verboten.

Bei Jungsauen und Sauen darf der Liegebereich im Kastenstand höchstens einen Perforationsgrad von 7 % aufweisen. Dies gilt nicht für Teilflächen im vorderen Teil des Liegebereichs bis 20 cm ab Kante des Futtertrogs und im hinteren Drittel des Liegebereichs.

Bei Absetzferkeln soll künftig gelten, dass auch bei tagesrationierter Fütterung eine Fressstelle pro Tier vorhanden sein muss. Auch müssen „geeignete Maßnahmen“ gegen Aggressionen in der Gruppe getroffen werden.

Bei Zuchtläufern wird die Einzelhaltung für maximal acht Tage in der Rausche gestattet. Die neuen Anforderungen an den Kastenstand müssen aber erfüllt werden.

Hinzu kommen neue Anforderungen an den Kastenstand, die hohe Investitionen nach sich ziehen.

Offen sind derzeit noch die Übergangsfristen für die Neuregelungen beim Kastenstand. Grundsätzlich soll der Tierhalter aber innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Verordnung ein Betriebs- und Umbaukonzept zur Umstellung der Haltung und ggf. den Nachweis über einen zu dessen Umsetzung gestellten Bauantrag erbringen. Ausnahmen davon soll es nur auf Antrag und in Härtefällen geben.