Tierseuche

Vogelgrippevirus H5N8 infiziert erstmals Menschen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 22.02.2021 - 07:51

Der bisherige Vogelgrippevirus H5N8 galt für Menschen als ungefährlich. Jetzt sind erstmals Menschen in Russland damit infiziert.

Geflügelschlachtung

Aus der russischen Föderation wurde über eine weltweit erstmalige Infektion von Menschen mit dem aviären Influenzavirus des Subtyps H5N8 (Vogelgrippe) berichtet. Sieben Arbeiter einer russischen Geflügelfabrik sind infiziert. Es soll ihnen laut Medienberichten aber gut gehen. Für Menschen galt der Erreger bislang als ungefährlich. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei informiert.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner weist darauf hin, dass die Meldung toter und erkrankter Vögel (Wildvögel und Hausgeflügel) an das jeweils zuständige Veterinäramt erfolgen soll. Das Auffinden eines toten Vogels in Feld und Wald sei an sich nichts Besonderes. Wenn mehrere Vögel an einem Fundort verendet sind, sei eine Information an das Veterinäramt sinnvoll. Die verendeten Tiere sollten zudem nicht angefasst werden. Falls erforderlich, dann nie ohne Handschuhe oder eine über die Hand gestülpte Plastiktüte.

FLI ist mit russischen Expeten in Kontakt

Klöckner erinnert Geflügelhalter daran, dass sie ihre Tiere durch eigene Maßnahmen schützen können, indem sie die Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einhalten. "Tote Vögel bitte nicht mit bloßen Händen anfassen – falls doch geschehen, sollten die Hände sofort desinfiziert werden," so die Bundesministerin.

In Deutschland wurden laut BMEL bisher 625 Fälle bei Wildvögeln und 65 Fälle beim Hausgeflügel amtlich bestätigt (Stand 21.02.2021, 9.30 Uhr). Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die jetzigen in Deutschland vorhandenen H5N8-Viren auf den Menschen übertragen werden können.

Dennoch verfolgt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) diese Informationen sehr aufmerksam. Auch das dem Bundesministerium zugehörige Friedrich-Loeffler-Institut ist unmittelbar eingebunden und bereits mit den Experten in der Russischen Föderation in Kontakt.

Stallpflicht im Landkreis Erlangen-Höchstadt

In Bayern grasiert die Vogelgrippe weiter. Vergangenen Freitag ist im Landkreis Erlangen-Höchstadt ein aktueller Fall von Geflügelpest  – auch Vogelgrippe genannt amtlich bestätigt worden. Das teilte das Landratsamt mit. Seit Samstag gilt im gesamten Landkreis und im Stadtgebiet von Erlangen für alle Geflügelhalter die Stallpflicht. Ebenso gilt ein allgemeines Fütterungsverbot von Wildgeflügel. Die Betriebe sind verpflichtet, die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten.