Tierseuche

Vogelgrippe: Unbedingt Sicherheitsmaßnahmen prüfen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 02.11.2020 - 14:35

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erinnert alle Geflügelhalter, ihre Sicherheitsmaßnahmen dringend zu checken. Freilandhaltungen sind besonders betroffen.

Legehennen-Freiland-Freilandeier

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft das Risiko der Ausbreitung der Geflügelpest (HPAI H5-Viren) in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln als hoch ein. Alle Geflügelhalter sollten daher ihre Sicherheitsmaßnahmen überprüfen, so die Seuchenexperten.

In Deutschland wurden am 30.10.2020 Fälle von Infektionen mit hochpathogenener aviärer Influenza (HPAI) / Vogelgrippe vom Subtyp H5 bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg nachgewiesen. Diesen Ereignissen ging eine Serie von Ausbrüchen bei Geflügel und Wildvögeln in Russland und Kasachstan seit Ende Juli sowie in Israel und in den Niederlanden Mitte und Ende Oktober 2020 voran. Die festgestellten Virustypen wurden bisher nicht bei Menschen nachgewiesen.

Totfunde melden

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) rät, Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter oder kranker Wildvögel unverzüglich weiter zu intensivieren sowie die Biosicherheit in den Geflügelbetrieben zu überprüfen und bei Bedarf zu optimieren. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Auffälliges Verhalten und Totfunde bei Wildvögeln sollten Personen umgehend den Veterinärbehörden zur Bergung und Untersuchung melden.

Oberste Priorität hat der Schutz der Nutzgeflügelbestände vor einem Eintrag und der möglichen weiteren Verbreitung von HPAIV Infektionen. Hierzu müssen die einschlägig empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungs- bzw. Abklärungsuntersuchungen überprüft und unbedingt konsequent eingehalten werden. Zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit sind Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Zäune zu Gewässern helfen

Außerdem ist die Errichtung einer funktionierenden physischen Barriere zwischen den Habitaten von wilden Wasservögeln (z.B. Gewässer, Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) und den Geflügelhaltungen wesentlich. Berücksichtigt werden müssen auch indirekte Eintragswege wie kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände wie Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge usw.).

Sofern eine weitere Ausbreitung des Virus vor allem im Wildvogelbereich erfolgt, kann das Aufstallen von Freilandgeflügel in betroffenen Regionen eine wirksame Methode sein, um die Viruseinschleppung zu verhindern.