Tierseuche

Vogelgrippe: FLI stuft Risiko als hoch ein

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 05.10.2020 - 12:30

Das Friedrich-Loeffler-Institut warnt vor dem Ausbruch der Vogelgrippe. Das können Tierhalter jetzt tun.

Hühner-Freilandhaltung

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) warnt wie Europäische Behörden vor Ausbrüchen von Vogelgrippe (HPAIV H5) in Deutschland. Das FLI stuft das Risiko im Laufe des Herbstzugs bzw. winterlichen Kältefluchten von migrierenden Wasservögeln als hoch ein.

Insbesondere im westlichen Teil Russlands und in Nord-Kasachstan könnten im Zusammenhang mit dem beginnenden Herbstzug von Wasservögeln auf einen möglichen Neu-Eintrag des HPAIV H5N8 nach Europa hinweisen, heißt es in einer neuen Risikoeinchätzung.

Einige Monate vor dem Auftreten der Vogelgrippe in 2005/2006 und 2016/2017 in Europa waren zwischen Juli und September Ausbrüche derselben Viren in den Westrussland und Nord-Kasachstan berichtet worden. Wenn HPAIV H5 über Wildvögel den gleichen Wegen folgt wie in der Vergangenheit, so ist laut FLI in den nächsten Monaten mit neuerlichen Fällen bei Wildvögeln in Osteuropa zu rechnen. Von dort könnte sich das Virus, abhängig von den klimatischen Bedingungen, westlich nach Zentral- und Südeuropa ausbreiten.

Der Vogelzug (auch Wasservögel) ist derzeit in vollem Gange, und die Dichte der Vogelpopulationen in Rastgebieten wird in den kommenden Wochen zunehmen. Diese Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung.

Was Geflügelhalter jetzt tun können

Das FLI spricht daher konkrete Empfehlungen aus:

  • Überprüfen der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnahmen und Aktualisieren der Pläne, soweit erforderlich
  • Minimieren von direkten und indirekten Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflügel und wilden Wasservögeln und natürlichen Gewässern, zum Beispiel Abdecken von Feuerlöschteichen auf dem Betriebsgelände etc.
  • Kein Kontakt von Jägern zu Gefügel, die mit Federwild oder dessen Ausscheidungen in Berührung gekommen sind,
  • Überprüfen, Optimieren und konsequentes Umsetzen der Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen, auch unter Nutzung verfügbarer Checklisten und Online-Tools
  • Umsetzen der Mindest-Biosicherheitsmaßnahmen in Kleinhaltungen
  • Erhöhte Wachsamkeit für ein schnelles Erkennen von Verdachtsfällen bei Geflügel und unverzüglicheEinleitung der diagnostischen Abklärung hinsichtlich HPAIV
  • Die Bevölkerung ist aufgerufen, Beobachtung von unnormalen Verhaltensweisen bei Wasservögeln wie unkoordiniertes Kopfkreisen sowie Totfunde von Wildvögeln den Veterinärbehörden sofort zu melden.