Tierseuche

Vogelgrippe: Erste Wildvögel in Deutschland befallen

Josef Koch
Josef Koch
am Samstag, 31.10.2020 - 18:00

In Norddeutschland wurden mehrere Wildvögel mit Geflügelpest entdeckt. Auch beayerische Geflügelhalter sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen prüfen.

Wildente

In Deutschland sind die ersten Fälle von Vogelgrippe aufgetreten. Bisher sind aber nur Wildvögel betroffen. In den Niederlanden waren aber schon Nutztierbestände befallen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium betätigte, wurde die Geflügelpest nachgewiesen in

  • Hamburg bei einer Wildente,
  • Mecklenburg-Vorpommern (Insel Rügen) bei einem Mäusebussard und
  • Schleswig-Holstein bei verschiedenen Wildvögeln.

Das hat das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Freitag, 30.10. bestätigt. Bisher handelt es sich nur um einzelne Fälle. Die zuständigen Kreisbehörden haben ab Sonntag (1.11.) ein Aufstallungsgebot für Geflügel angeordnet.

Das FLI hatte bereits Anfang Oktober darauf hingewiesen, dass im Herbst mit den Zugvögeln auch Infektionen von Wildvögeln mit Geflügelpest auftreten können und das Risiko eines Eintrags nach Deutschland als hoch eingestuft. 

Die zuständigen Behörden der Bundesländer sind nun aufgefordert, die Situation genau zu beobachten und Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter oder kranker Wildvögel zu intensivieren. Auch Geflügelhalter sind aufgefordert, Vorsorge zu betreiben und ihre Bestände zu beobachten. Über die konkreten Maßnahmen entscheidet die für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Behörde vor Ort. 

Das BMEL weist darauf hin: Auch, wenn bislang keine Übertragung der in diesen Fällen nachgewiesenen Virustypen H5N8 und H5N5 auf den Menschen bekannt sind, sollen tote Vögel nicht angefasst werden, auch um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern. Grundsätzlich sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel und Wildvögeln konsequent einzuhalten.

Für den Handel bestehen mit dem Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln keine Beschränkungen.