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Tierseuche

Vogelgrippe bleibt auch 2022 gefährlich

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 03.01.2022 - 08:19

Weitere Ausbrüche der Geflügelpest Ende 2021 im Norden und Osten belegen die große Gefahr für Nutztierbestände.

Geflügelpest-Schild-Sperrbezirk

Das Risiko von Geflügelpestausbrüchen in deutschen und bayerischen Ställen hält an. Erst vor kurzem hatte das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) vor einer dramatischen Entwicklung in Deutschland und Europa in diesem Winterhalbjahr gewarnt. Im vergangenen Herbst und Winter (20/21) gab es bereits eines der schwersten Infektionsgeschehen bei der Geflügelpest. Ende vergangenen Jahres kam es im Norden und Osten Deutschlands zu weiteren Ausbrüchen in Nutztierbeständen.

In Brandenburg ist der Geflügelpesterreger H5N1 (Geflügelpest, Vogelgrippe) am Silvestertag in einem weiteren Geflügelbestand nachgewiesen worden. In dem gewerblichen Putenbestand mit ca. 19.000 Tieren waren erhöhte Tierverluste aufgetreten. Der Bestand wurde sofort durch das zuständige Veterinäramt gesperrt und beprobt.

Appell für Sicherheitsmaßnahmen

Zunächst hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg das Aviäre Influenzavirus vom Subtyp H5N1 nachgewiesen. Heute hat das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), den Verdacht bestätigt, dass es sich um die hochpathogene Variante des Virus handelt.

Laut Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher ist die Ursache für die Infektion in Märkisch-Oderland ist derzeit noch unklar. Die notwendigen Ermittlungen sind eingeleitet. Das Veterinäramt des Landkreises Märkisch-Oderland wird dabei vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes unterstützt.“

Das Verbraucherschutzministerium appelliert eindringlich an alle Geflügelhalter, die Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin strikt einzuhalten. Dazu gehört, dass Ein- und Ausgänge zu den Ställen gegen unbefugten Zutritt gesichert sind, die Ställe oder sonstigen Standorte des Geflügels von fremden Personen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden und eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

In Brandenburg wurden elf Ausbrüche in Geflügelbeständen verzeichnet, insgesamt mussten rund 159.000 Tiere getötet werden.

Weitere Ausbrüche in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern

Auch im Nachbarbundesland Mecklenburg-Vorpommern greift die Geflügelpest weiter um sich. Nachdem um die Weihnachtsfeiertage in einer Kleinsthaltung in Schwanheide und einer Putenmastanlage in Moltenow der Erregertyp H5N1 nachgewiesen wurde, gab es am 29. Dezember einen weiteren bestätigten Fall in Dersekow im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Betroffen war eine Putenhaltung mit ca. 32.000 Tieren.

Damit sind in Mecklenburg-Vorpommern aktuell sechs Geflügelhaltungen und ein Tierpark von der Geflügelpest betroffen. Bei den Wildvögeln erfolgten laut dem Schweriner Agrarministerium seit Mitte Oktober dieses Jahres 44 Nachweise des hochpathogenen aviären Influenzavirus.

Die Vogelgrippe greift auch in Niedersachsen weiter um sich. Im Landkreis wurde Ende 2021 der vierte Ausbruch bestätigt. Betroffen ist eine Putenhaltung in Goldenstedt mit 8.650 Tieren. Das Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LAVES) in Oldenburg hatte eingesandte Proben analysiert, wie der Landkreis mitteilte. Der Bestand wurde bereits am Silvestermorgen unter tierschutzfachlicher Aufsicht getötet, teilte der Landkreis mit.

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