Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Tierseuche

Vogelgrippe: Bayern verschärft Maßnahmen

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 01.02.2021 - 05:00

Nach dem ersten Vogelgrippefall in einem Nutztierbestand in Franken gelten in Bayern erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

Freiland-Legehennen-Freilandeier

Zum Schutz der bayerischen Geflügelhaltungen sollen ab sofort verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen für Haus- und Nutzgeflügel bayernweit angeordnet werden. Das hat das Bayerische Umweltministerium aufgrund der bei Wildvögeln vorliegenden Geflügelpestnachweise in Deutschland und Bayern am vergangenen Freitag (29.1.) veranlasst. Erforderliche Maßnahmen geben die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden vor Ort durch eine Allgemeinverfügung bekannt. Darin werden abhängig von den konkreten örtlichen Gegebenheiten Maßnahmen geregelt wie die Sicherung gegen unbefugtes Betreten, das Tragen von Schutzkleidung sowie konsequente Reinigung und Desinfektion.

Anordnungen erfolgen anhand einer für Bayern entwickelten Risikobewertung auf Grundlage bundeseinheitlicher Beurteilungskriterien. Durch die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen soll der Kontakt zwischen Wildvögeln und Haus- und Nutzgeflügel vermieden und so eine Einschleppung in die Geflügelhaltungen verhindert werden. Insgesamt sind in Bayern derzeit vier Fälle bei Wildvögeln in den Landkreisen Starnberg, Passau, Landsberg am Lech, und Haßberge nachgewiesen. Deutschlandweit sind mehr als 600 Fälle amtlich festgestellt worden. Um eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen, wird in Bayern zudem das bestehende Wildvogelmonitoring konsequent weitergeführt.

Erstmals Nutztierbestand in Bayern infiziert

Darüber hinaus hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Freitag (29.1.)einen einzelnen Vogelgrippeausbruch in einem kleinen Hausgeflügelbestand mit rund 20 Hühnern im Landkreis Bayreuth, Gemeinde Pottentstein, bestätigt. Den Betrieb hat die zuständige Kreisverwaltungsbehörde gesperrt. Die Tiere sind gemäß der bundesweit gültigen Geflügelpest-Verordnung gekeult. Die weiteren ergriffenen Maßnahmen vor Ort, darunter auch die Anordnung der Stallpflicht, sind in einer Allgemeinverfügung des Landratsamts geregelt. Wegen der Nähe zum Landkreis Forchheim werden auch dort durch das Landratsamt entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Für den Menschen ist das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen ungefährlich. Dennoch sollten tot aufgefundene Vögel nicht angefasst werden und Funde den lokalen Behörden gemeldet werden.

Wo der Sperrbezirk gilt

Um eine Ausbreitung der Geflügelpest auf weitere Nutz- und Haustierbestände zu verhindern, wurden um den Ausbruchsbetrieb ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet festgelegt. Insbesondere für lebendes Geflügel, Eier und Geflügelfleischprodukte gelten in und aus diesen Gebieten Verbringungsverbote.

Im Landkreis Bayreuth umfasst der Sperrbezirk die Gemeinde Pottenstein und folgende Ortsteile:

  • Altenhof (bei Kühlenfels)
  • Arnleithen
  • Haselbrunn bei Pottenstein
  • Kirchenbirkig
  • Mandlau
  • Mittelmühle (bei Kirchenbirkig)
  • Pottenstein
  • Prüllsbirkig
  • Rackersberg
  • Schüttersmühle
  • Siegmannsbrunn
  • Tüchersfeld
  • Weidenloh
  • Weidmannsgesees

Weitere Gemeinden, die im Beobachtungsgebiet liegen, finden Sie hier.