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Tiertransport

Viel Bürokratie bei Schlachtung im Herkunftsbetrieb

Hofschlachtung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 12.01.2022 - 07:56

Änderungen im EU-Recht machen die Schlachtung im Herkunftsbetrieb möglich. Der Aufwand ist aber enorm.

Neuerdings ist die Schlachtung von bis zu drei Hausrindern, von bis zu sechs Hausschweinen oder bis zu drei als Haustiere gehaltenen Einhufern wie Pferden oder Esel im Herkunftsbetrieb zulässig. Voraussetzung dafür ist die Verwendung einer mobilen Schlachteinheit, die Teil eines zugelassenen Schlachtbetriebes ist. Nach Erfahrungen des Landvolk Niedersachsens, befürworten Landwirte die Regelungen, befürchten aber auch hohe Kosten.

Veterinäramt muss vor Ort sein

Rinderhalterin

Die Anwesenheit des hauptamtlichen Personals des Veterinäramtes während der Kontrolle von Schlachtungen im Herkunftsbetrieb ist aus Sicht des Landvolks überzogen und schwer realisierbar. Einerseits gäbe es schon jetzt personelle Engpässe bei den Veterinärbehörden, andererseits entstünden hohe Kosten, die mobile Schlachtungen unattraktiv machen. „Damit würde das Ziel der Neuregelung, die Anzahl der Lebendtransporte zum Schlachthof zu reduzieren, konterkariert werden“, gibt Anita Lucassen zu bedenken. Die Milchviehhalterin aus dem Landkreis Cloppenburg hat sich seit langem für die mobile Schlachtung stark gemacht und argumentiert dabei insbesondere im Sinne des Tierwohls für Rinder und andere Großtiere.

Hier sieht die Bäuerin ebenso wie das Landvolk noch Verbesserungsbedarf in einzelnen Punkten des bestehenden Erlasses. „Die Untersuchung durch den amtlich beauftragten bestandsbetreuenden Hoftierarzt hätte den Vorteil, dass dieser den Gesundheitszustand der Tiere besser beurteilen kann, weil er sie kennt“, sagt Anita Lucassen.

Leitfaden zur Hausschlachtung

Voraussetzung für die Nutzung einer mobilen Schlachteinheit ist eine Vereinbarung zwischen dem Tierhalter und einem zugelassenen Schlachtbetrieb. Zur Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten, Schlachtbetrieben und Behörden bei der Umsetzung der neuen EU-Vorschrift hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) einen Leitfaden erstellt, der unter
https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/lebensmittel/zulassung_von_betrieben/schlachtung-im-herkunftsbetrieb-206881.html
abrufbar ist.