Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Unfallverhütung

Unfälle mit Deckbullen vermeiden

Thumbnail
Redaktion Wochenblatt
am Mittwoch, 26.01.2022 - 13:48

Die Unfallgefahr im Umgang mit Rindern ist groß. Speziell für Stiere in der Milchviehherde sollte man Maßnahmen ergreifen.

on_Foto_2

Im vergangenen Jahr wurden über 5000 Menschen bei der Arbeit durch Rinder verletzt, sechs von ihnen tödlich. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) will die Unfallzahlen mit der überarbeiteten Unfallverhütungsvorschrift senken. Die seit 1. 4. 2021 geltende „Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz Tierhaltung“ (VSG 4.1) zielt unter anderem auf eine stärkere Trennung des Deckbullen von der Milchviehherde ab.

Durch die Kombination von künstlicher Besamung mit elektronischer Brunsterkennung kann auf einen Deckbullen verzichtet werden. Trotz allem ist der Deckbulle immer noch häufig fester Bestandteil der Milchviehherde.

Um die Arbeit in der Milchviehherde sicherer zu gestalten, ist es unabdingbar, den Deckbullen im Stall in einer separaten Bucht zu halten. Auch beim Weidegang sollte nach Möglichkeit der Deckbulle im Stall in der Bullenbucht bleiben.
Beim Jungvieh oder in der Mutterkuhherde muss der Bulle gemäß der VSG 4.1 nicht zwingend separat gehalten werden, denn in diese Tierbereiche muss der Halter nicht so oft in den direkten Kontakt treten. Trotzdem gilt es auch hier zu überlegen, ob eine elektronische Brunsterkennung oder die überlegte Anordnung einer Deckbullenbucht eingesetzt werden kann.

Hilfe beim Umgang mit Bullen

Wenn ein Deckbulle beispielsweise auf der Weide oder beim Jungvieh mitläuft, darf die Herde nur in Begleitung von Helfern mit entsprechenden Kenntnissen betreten werden. Zudem müssen Fluchtmöglichkeiten und Treibhilfen vorhanden sein.

Spezielle Deckbullenbuchten mit direkter Herdennähe ermöglichen eine tiergerechte Haltung und erhöhen die Arbeitssicherheit. Wird die Bucht überlegt platziert, führt dies neben der stressfreien Abtrennung und Fixierung des Bullen auch zum sicheren Zu- und Abtrieb von Kühen. Die Einzelbuchten für Deckbullen im Milchviehstall müssen in stabiler Bauweise ausgeführt sein und über einen rutschfesten Bodenbelag, mindestens eine Fixiereinrichtung und laut VSG 4.1 mindestens über eine Fluchtmöglichkeit verfügen. Als Fixiereinrichtung eignet sich ein stabiles Sicherheitsfangfressgitter. Als äußere Abtrennung der Deckbullenbucht haben sich senkrechte Stangen bewährt, die Personen den Durchschlupf und Flucht ermöglichen.

Bei Stallneubauten ist die Anforderung der VSG sofort umzusetzen, für die Integration in Altställen gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren.

Weiterführende Links

Die SVLFG bietet kostenlose Bauberatung. Ansprechpartner finden Sie unter www.svlfg.de/ansprechpartner-praevention.

Weitere Infos zum Thema Deckbullenbucht unter www.svlfg.de/rinderhaltung.

Mit Material von SVLFG