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Faszination der Medien

„Tinder für Rinder“, „Ku(h)pellei" und „Herzblatt für Kühe“

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Josef Berchtold
Josef Berchtold
am Donnerstag, 01.12.2022 - 11:25

Darauf fahren die nicht-landwirtschaftlichen Medien derzeit ab: Berichte über die Partnerwahl im Kuhstall mit ihren amüsanten Wortspielen.

Anpaarungsberater, die auf den Betrieb kommen und mit Hilfe einer Software den geeigneten Stier suchen: Für Bauern ist das längst normal. Nicht so für den Rest der Bevölkerung: Jetzt haben auch der BR, SAT-1, der Merkur und das tz-Magazin die Partnerbörse im Kuhstall für sich entdeckt. „Tinder für Rinder“ ist dort hoch im Kurs, und für die älteren Zuschauer wird das „Herzblatt“ wieder ausgerollt.

BR: Ich will ein Rind von dir

Der Bayerische Rundfunk griff das Thema mit folgender Überschrift auf: „Ich will ein Rind von dir – Partnervermittlung für Kühe“. Dabei begleitet der BR den Anpaarungsberater Christoph Maier zu Landwirt Ludwig Fuchs nach Tuntenhausen und zeigt, wie hier die Partnerwahl bei Kuh Agnes abläuft. „Für die, die noch wissen, was Herzblatt ist: Ich mache den Rudi Carell für die Kühe“, erklärt Maier. Am Ende des Beitrages darf sich Landwirt Ludwig Fuchs für den Elitepartner für seine Agnes entscheiden, es ist der von Maier favorisierte Stier Mekka PP.

Für den Beitrag in „Unser Land“ am 11. November besuchte der BR auch die Besamungsstation Bayern-Genetik und ließ sich dort erklären, nach welchen Kriterien Bullen angekauft werden, wie man die Spermaqualität beurteilt und wie sich die Bullen charakterlich unterscheiden.

SAT-1: „Tinder für Rinder“

„Tinder für Rinder? Perfekte Kälbchen durch Dating-App“, so beschreibt SAT-1 seinen Beitrag vom 7. November über die Arbeit der Anpaarungsberater, und amüsiert sich schon in der Anmoderation über diese Berufsbezeichnung. Es wird von einer Dating-App geschrieben, von kuriosen Kuppel-Methoden, durch die die perfekten Kälbchen geboren werden sollen. In dem 2,5 Minuten langen Beitrag begleitet SAT-1 die LKV-Anpaarungsberaterin Anja Brunwieser, die bei Landwirt Michael Brandmüller in Winhöring für die Kuh Ida den „richtigen Bullen fürs Leben“ sucht.

tz: Ku(h)pellei auf dem Bauernhof

Das tz-Magazin und das Magazin des Münchner Merkurs griffen das Thema ebenfalls auf. Sie schrieben in der Ausgabe vom 19./20. November von „Ku(h)ppelei auf dem Bauernhof“. Dazu besuchten sie mit dem LKV-Anpaarungsberater Maximilian Bader den Landwirt Michael Mayr in Riegsee. Bader, der den Landwirten zu einem „perfekten Match im Stall“ verhelfe, beschreibt das Anpaarungsprogramm OptiBull als eine Art „Tinder für Rinder“, und unter dieser Online-Partnerbörse können sich auch die meisten Nicht-Landwirte etwas vorstellen.

Das Wochenblatt gibt die fachlichen Fakten zur "Elite-Partnerbörse"OptiBull

Der Artikel ist wie auch die Filmbeiträge lebendig und kurzweilig verfasst und erklärt auch einem Laien bildhaft die Arbeit der Anpaarungsberater. Natürlich wird die Thematik etwas vermenschlicht, so weiß aber auch ein junger Städter gleich, worum es geht.

Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtete zuletzt in Ausgabe 36/2022 (Seite 46) vom 9. September über die "Elite-Partnerbörse für Rinder" und beschrieb darin die Neuerungen des Programmes Optibull. Oder direkt hier verlinkt: 

Alles begann mit einem Podcast

Begonnen habe das Interesse an den Themen durch einen Radiobeitrag bzw. Podcast des BR über das Inzucht-Risiko verschiedener Tierarten, erklärt Josef Jungwirth, der Leiter der Beratungsabteilung beim LKV Bayern. Darin wurde auch erklärt, wie Rinderhalter mit Inzucht umgehen.

Hier geht’s zu dem Podcast:

Die Sicht der Anpaarungsberater:

Von einem durchwegs guten Feedback auf die Beiträge berichtet Christoph Maier gegenüber dem Wochenblatt. „Wenn es hilft, dem Verbraucher unsere Arbeit näher zu bringen, ist es eine gute Sache“, sagt er. Auch Maximilan Bader wird immer wieder auf den Artikel angesprochen, den er für sehr gelungen hält. „Da verstehen auch Nicht-Landwirte, worum es geht“, meint er.

Ganz genauso sieht es Anja Brunwieser. Auch in ihrem privaten Umfeld verwende sie immer wieder Vergleiche mit Dating-Apps, wenn sie ihr Arbeitsgebiet erklärt. „Wenn ich mit dem Beispiel „Tinder für Rinder“ komme, weiß jeder sofort, was gemeint ist“, sagt sie und lacht. „Man weiß ja nie, wie es ausgestrahlt wird, aber mir hat es sehr gut gefallen“, meint sie zu dem Fernsehbeitrag in SAT-1. Jedenfalls habe sie nur positive Rückmeldungen erhalten.

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