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Milch

Tierwohl und Haltungskennzeichnung

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Redaktion Wochenblatt
am Dienstag, 25.01.2022 - 15:27

Milchindustrie-Verband äußert sich zur Herausforderungen für Milcherzeuger und Molkereien.

Milchkühe

„Ein Mehr an Tierwohl ist wichtig und gewinnt auch beim Verbraucher zunehmend an Bedeutung“, unterstreicht Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV) die Position des Verbandes. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat mit seinem System www.haltungsform.de nun auch den Milchmarkt in sein vierstufiges Kennzeichnungssystem für Handelsmarkenprodukte einbezogen.

Zunächst soll die Haltungskennzeichnung nach haltungsform.de im Markt für Konsummilch eingeführt werden. Erste Produkte liegen bereits in den Regalen des Handels. In Zukunft werden dann verschiedene Systemanbieter wie QM-Milch, DLG oder der Deutsche Tierschutzbund u. a. für das Label anerkannt und weitere Produkte mit haltungsform.de gekennzeichnet.

Den Mitteilungen der Handelshäuser ist zu entnehmen, dass man in kurzer Zeit möglichst viel Milch aus den höheren Stufen 3 und 4 bekommen will und gleichzeitig niedrige Stufen ausgeschlossen werden.

Bauern und Molkereien sind bereit zu investieren

Milcherzeuger und Molkereien stehen für eine Weiterentwicklung im Sinne des Tierwohls und sind bereit, hier auch zu investieren. In der Branchenstrategie Milch haben sich die Verbände zum Auslaufen der Anbindehaltung bis 2032 bekannt.

Klar ist aber auch: Ein hohes Maß an Tierwohl kann es nicht zum Nulltarif geben. „Wir erwarten daher, dass sich Handel und somit die Verbraucher entsprechend an den höheren Produktionskosten für Milcherzeuger und Molkerei beteiligen werden“, sagt Stahl. 

Dabei darf nicht vergessen werden, dass Deutschland die Hälfte seiner Milchprodukte im Ausland verkauft, wo rein nationale Systeme wie haltungsform.de keine Rolle spielen und auch nicht vergütet werden.

Der Milchindustrie-Verband vertritt die Molkereien und ist aktiv in der Weiterentwicklung von QM-Milch sowie durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in die Arbeit zum staatlichen Tierwohllabel eingebunden. „Eine große Herausforderung wird daher in Zukunft sein, wie eine Koexistenz der Wirtschaftsinitiativen und ein staatliches Tierwohllabel zusammenpassen werden, ohne Milcherzeuger und Vermarkter zu überfordern“, merkt der MIV-Vorsitzende an.

Mit Material von Milchindustrieverband