EuroTier

Tierwohl bleibt bestimmendes Thema

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Max Riesberg
am Donnerstag, 22.11.2018 - 09:31

Das Schlagwort Tierwohl hängt wie ein Damoklesschwert über allem, was sich in den Ställen landauf, landab abspielt.

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Die EuroTier 2018 ist Geschichte. Mit 155.000 Messebesuchern aus 62 Ländern hat sie die Erwartungen ihres Veranstalters, der DLG, wiederum übertroffen. Aber es ging natürlich nicht nur um Rekordzahlen, sondern ganz wesentlich um die Herausforderungen, denen sich die Tierhaltungsbranche jetzt stellen muss.

Das Schlagwort Tierwohl hängt wie ein Damoklesschwert über allem, was sich in den Ställen landauf, landab abspielt. Der gesellschaftliche Druck wächst und kein Ende scheint in Sicht. Immer wieder tun sich neue Themenfelder und Forderungen auf, die so manchen Praktiker einfach nur noch mit den Schultern zucken lassen.

Doch Resignation ist keine Lösung. Zumindest dann nicht, wenn die nächste Generation hochmotiviert in den Startlöchern steht. Der Dialog muss gerade im Hinblick auf die Zukunft der jungen Hofnachfolger weiter vorangetrieben werden. Man muss klare Antworten auf die Fragen der Menschen haben. Und man darf mit Selbstbewusstsein hinter der guten fachlichen Praxis stehen. Man muss aber auch klarmachen, dass ein immer enger werdendes Korsett aus wirtschaftlichen und bürokratischen Zwängen den Bauern langsam aber sicher die Luft abdrückt.

Unternehmer Clemens Tönnies hat es bei der EuroTier auf den Punkt gebracht: „Wir haben die Optimierung so vorangetrieben, dass wir beste Lebensmittel zu günstigen Preisen anbieten können, müssen uns aber andererseits dafür rechtfertigen, warum es so billig geht. Und der Verbraucher, der angeblich dazu bereit wäre, ein paar Cent mehr auszugeben, wird an der Ladentheke wieder zum Kunden und greift zum billigeren Angebot.“ Einen wichtigen Schritt zu mehr Vertrauen der Verbraucher in die Produktion sehen die Experten in der Digitalisierung. Denn hier gibt es das Tierwohl quasi schwarz auf weiß. Die EuroTier widmete diesem Thema ein eigenes Special, um Berührungsängste weiter abzubauen.