Stallbau

Stets stabile Temperaturen

Andrea Tölle
Andrea Tölle
am Dienstag, 09.02.2021 - 09:01

Schotterspeicher-Lüftungssysteme sorgen für ein ausgeglichenes Klima im Schweinestall. Temperaturschwankungen werden damit auf ein Minimum reduziert.

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Auf einen Blick

  • Schwankungen der Tages- und Nachttemperatur werden durch das Schotterspeicher-Zuluft-System abgefedert.
  • Im Sommer wird die Zuluft gekühlt, im Winter vorgewärmt.
  • Der Temperaturstress wird für die Tiere komplett auf null reduziert und das Tierwohl erhöht sich dadurch maßgeblich.
  • Das Zuluft-Lüftungssystem wirkt sich sehr positiv auf die Tiergesundheit aus.
  • Die Anschaffungskosten relativieren sich durch die sehr geringeren Folgekosten.
  • Es sorgt für ein sehr ausgeglichenes Klima im Abferkelstall: Muttersauen wollen es eher kühl, Ferkel warm.

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on_Schotter

Der beste Faktor am Schotterspeichersystem ist, dass es die Tag- und Nachtschwankungen im Stall ausgleichen kann“, betont Franz Schachinger aus Aspach in Oberösterreich. Der Landwirt und seine Frau Ursula haben sich 2015 für den Neubau eines Schweinemaststalles für 800 Tiere entschieden und dabei ein Schotterspeichersystem mit Unterflurzuluft der Firma Bräuer einbauen lassen.

Die Entscheidung für dieses Lüftungssystem wurde unter anderem getroffen, weil die Familie schon im alten Stall über 20 Jahre lang positive Erfahrungen mit einem Schotterspeicher gemacht hat. Außerdem haben unabhängige Schweineberater aus Deutschland den Schachingers dieses System als Top-Lüftungssystem im Schweinebereich bestätigt, das die Zuluft sowohl im Sommer kühlt als auch im Winter vorwärmt.

Seit März 2016 wird der Stall genutzt und bisher ist der Schweinemäster durchwegs zufrieden. „Im Winter hat es in der Nacht bis -17 °C gehabt und am Vormittag habe ich noch -9 °C außen gemessen. Im Stall haben wir im Zuluft-Bereich +8 °C gehabt, das kann ein technisches Lüftungssystem nicht“, so Schachinger.

Positiv für Wohlbefinden und Tiergesundheit

on_Aussenliegender GTS

Auch die Schwankungen der Tagestemperaturen werden von dem Lüftungssystem minimiert: „Teilweise hatten wir tagsüber 28 °C und in der Nacht ging es wieder auf 5 °C runter, das haben wir gut abfedern können.“

Der Ausgleich der Tagestemperatur bedeutet weniger Stress für die Schweine und spiegelt sich laut Franz Schachinger auch in den Tiergesundheitsdaten wider.

Der Schweinemäster ist überzeugt, das sich das Lüftungssystem positiv auf das Wohlbefinden seiner Tiere auswirkt: „Das erste Lebensmittel ist die Luft, dann kommt das Wasser und dann erst das Futter. Wir schauen natürlich auf das Futter, das muss auch passen. Aber wenn vorher schon Luft oder Wasser nicht passen, dann habe ich ein größeres Problem.“

Der Schotterspeicher hat auch den Vorteil, dass es zu weniger Verschleppungen von Krankheiten im Stall kommt. Die Frischluft steigt von außen direkt in die Abteile rein und nicht über den Zentralgang, somit kommt es nicht zu einer Ausbreitung von Krankheitserregern, wenn Schweine verladen werden.

Kosten für den Stallbau

Die Kosten für die Errichtung des Schotterspeichers beziffert Schachinger pro Mastplatz mit 19 bis 22 €: „Das hört sich relativ viel an, ist aber relativ wenig im Vergleich zu anderen Luftsystemen und Luftwäschern, weil ich keine laufenden Kosten habe.“

Insgesamt lagen die Investitionskosten für den Neubau etwa bei 550 € pro Mastplatz netto. Der neu gebaute Stall wurde gut isoliert und entspricht modernsten Standards.

Abgeschlossener Luftraum nötig

on_Nebelprobe

Um ein effizientes Funktionieren der Lüftung zu garantieren, muss der Luftraum komplett abgeschlossen sein. Zu Kontrollzwecken kann eine Vernebelung im Stall durchgeführt werden, damit kann die Luftströmung überprüft und Defekte können entdeckt werden.

Auch die Hygiene ist bei dem Lüftungssystem sichergestellt, so ist etwa die isolierte Stalldecke einfach und sicher abwaschbar. „Es passt sehr gut und funktioniert besser als wir uns das vorgestellt haben“, fasst Ursula Schachinger die bisherigen Erfahrungen mit dem Schotterspeicher zusammen.

Tierwohl stand an erster Stelle

on_Futtergang Nasenlüftung

Die Familie Schrabauer aus Erlauf im Bezirk Melk hat 2015 einen Stall für 120 Zuchtsauen neu gebaut und ist damit vom Nebenerwerb in den Vollerwerb umgestiegen. Beim Neubau stand das Tierwohl an erster Stelle und es wurde nach modernsten Aspekten gebaut.

Neben Bewegungsbuchten im Abferkelferkelstall haben sich Florian Schrabauer und seine Mutter Erni auch für den Einbau eines Schotterspeichersystems mit Unterflurzuluft der Firma Bräuer entschieden.

Genau wie die Familie Schachinger sehen auch die Schrabauers den großen Vorteil dieses Lüftungssystems im Abfedern von Temperaturschwankungen. Im Stall hat es konstant eine Temperatur von rund 16 °C. Auch die Kühlung der Zuluft-Temperatur im Sommer hat sich gut bewährt: „Im Sommer haben wir draußen schon mal 38 °C gehabt und drinnen im Stall waren es maximal 24 °C, das ist eine richtig große Spreizung“, so Erni Schrabauer.

Im Ferkelaufzuchtstall kommt zuerst die Luft über den Unterflurzuluftkanal in den Zentralgang, damit der sehr gute Effekt vom Schotterspeicher genutzt werden kann. Anschließend gelangt die Frischluft über eine isolierte Zuluftverteilerdecke in die jeweiligen Ferkelaufzuchtabteile. Ein luftdurchlässiges und gleichzeitig wasserabweisendes Vlies sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Luft.

Die Zuluftdecke ist ganzflächig mit dem Hochdruckreiniger abwaschbar. Zusätzlich gibt es im Ferkelstall Heizdeckel-Nester mit Kleinklimazonenheizung: „Die Ferkel wollen es wärmer haben, sie fühlen sich bei 28 °C so richtig wohl, wir heizen aber nicht den ganzen Raum auf, sondern wollen auch ein bisschen Frischluft im Stall, darum haben wir die warmen Nester“, erklärt die Landwirtin.