Tierseuche

Schweinepest: Weiterer Haustierbestand befallen

Josef Koch
Josef Koch
am Sonntag, 18.07.2021 - 11:44

In Brandenburg wurde am Wochenende der dritte Fall Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen bestätigt. Auf Sicherheitsmaßnahmen achten.

Desinfektion-Schweinestall

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Brandenburg weiter in Hausschweinebeständen aus. Im Landkreis Märkisch-Oderland hat sich der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest in einer weiteren Hausschweinhaltung bestätigt, teilte das brandenburgische Verbraucherschutzministerium am Samstag (17.7.) mit. Bei dem Bestand handelt es sich um einen weiteren Kleinstbestand mit vier Mastschweinen, von denen zwei bereits verendet waren. Die übrigen zwei erkrankten Tiere mussten getötet werden. Alle Tiere wurden zuvor im Stall gehalten. Bauernverband und Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sehen keinen Grund für Panikverkäufe von schlachtreifen Tieren.

Die Tierhaltung befindet sich in der Nähe der Kleinsthaltung, in der sich bereits am Donnerstag (15.7.) der Verdacht auf ASP bestätigt hatte. Der Bestand wurde durch das Veterinäramt des Landkreises gesperrt. Das Virus wurde zunächst vom Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen.

Ursache für Übertragung noch unklar

Die Ursache für den Infektionseintrag ist nach Angaben des Ministeriums noch unklar, die notwendigen Ermittlungen sind eingeleitet. Das Veterinäramt wird dabei von der Task-Force des Landes und Spezialisten des FLI unterstützt. Das Krisenzentrum des Landes Brandenburg steht mit dem Veterinäramt des Landkreises in laufendem Kontakt.

Am Donnerstag war das Virus in einem Bestand mit 200 Tieren im Landkreis Spree-Neiße und in einem weiteren Bestand mit zwei Tieren im Landkreis Märkisch-Oderland nachgewiesen worden.

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher appelliert erneut an alle schweinehaltenden Betriebe und insbesondere auch an alle Kleinsthalter, die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern.

Bundesweit sind bisher 1575 ASP-Fälle bestätigt, davon entfallen 1270 auf Brandenburg, der Rest auf Sachsen.

BMEL empfiehlt Freilandschweine aufzustallen

Nach Auffassung des Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) muss das Risiko einer Übertragung des ASP-Virus auf Hausschweine zum Beispiel über Kontakt zu anderen Schweinen, insbesondere Wildschweinen,minimiert werden. Dies gelte auch für die Freiland- oder Auslaufhaltung von Hausschweinen. 

Das BMEL hatte dazu beim FLI eine fachliche Einschätzung in Auftrag gegeben: Für Schweine in Auslauf- und Freilandhaltung in von ASP betroffenen Gebieten wird eine Aufstallung empfohlen. Bundesministerin Julia Klöckner hatte die Bundesländer aufgrund dieser wissenschaftlichen Einschätzung aufgefordert, dem nachzukommen.

 Diese Einschätzung wurde durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt. In jedem Fall aber muss ein Tierhalter, dessen Betrieb in einem wegen eines ASP-Ausbruchs eingerichteten gefährdeten Gebiet liegt, die Hausschweine so absondern, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen.

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