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Seuchen

Schweinepest nur noch 10 km von Deutschland entfernt

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Andrea Tölle
Andrea Tölle
am Montag, 30.03.2020 - 10:08

Unser östlicher Nachbar meldet immer neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Westpolen.

Seit Mitte November 2019 waren es allein im Kreis Nowasolski 146 positiv getestete Wildschweinkadaver. Am 26. März hat Polen einen Fall von ASP bei einem verendeten Wildschwein gemeldet, das nur ca. 10 km von der deutschen Grenze (jeweils ca. 10 km zur sächsischen und zur brandenburgischen Grenze) entfernt aufgefunden worden ist.

Damit ist die Seuche nochmals ein Stück weiter in Richtung Deutschland gerückt. Der bislang nächstgelegene Fall lag ca. 12 km zur sächsischen Grenze und ca. 20 km zur brandenburgischen Grenze entfernt. Die Zahl der Ausbrüche bei Wildschweinen liegt im aktuellen Geschehen in Westpolen derzeit bei über 500 Fällen. Vor einer Woche war in Westpolen auch ein ASP-Ausbruch in einem großen Schweinebetrieb zu vermelden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat mit Polen Kontakt aufgenommen, um weitere Informationen zu dem Fund zu erhalten.

Schutz verstärken

Bereits am 21. Januar hatten die polnischen Behörden Kadaver von Wildschweinen in der Nähe der deutschen Grenze gemeldet, die mit der ASP infiziert sind. Der grenznächste Fall war etwa 12 km von Sachsen entfernt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat daraufhin umgehend die Bundesländer über die aktuellen Meldungen aus Polen informiert. Das BMEL ist seit dem Ausbruch der ASP in Polen auf verschiedenen Ebenen im engen Kontakt mit dem Nachbarland und den Bundesländern.

Der BBV fordert auch in Corona-Zeiten die Gefahr ASP sehr ernst zu nehmen. Es gelte weiterhin alles zu unternehmen, um eine Einschleppung nach Deutschland zu verhindern, sei es im Personen- und Warenverkehr oder in anderen Bereichen. Die Barrieren gegen eine Einwanderung von infizierten Wildschweinen müssten endlich wirksam verstärkt werden. In der Schweinehaltung und in der Jagd sei die konsequente Beachtung der notwendigen Biosicherheit nach wie vor das Gebot der Stunde.