Tierseuche

Schweinepest: Neuer Landkreis in Brandenburg betroffen

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 12.08.2021 - 13:36

In Brandenburg weitet sich die Afrikanische Schweinepest aus. Ein neuer Fund in 300 m Entfernung zu Polen im Landkreis Uckermark.

Wildschwein-Frischling

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Brandenburg in einem neuen Landkreis bei einem erlegten Frischling in der Uckermark südwestlich von Criewen festgestellt worden. Der Erlegungsort befindet sich östlich des ersten ASP-Schutzzaunes zu Polen rund 300 Meter von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, teilt das zuständige Verbraucherschutzministerium mit. Nun sind schon sieben Landkreise von der ASP betroffen.

Der Landkreis Uckermark hat die erforderlichen Krisenstrukturen aktiviert und die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Priorität hat jetzt die flächenhafte Fallwildsuche westlich des ASP-Schutzzaunes, um eine eventuelle Ausbreitung der Tierseuche frühzeitig zu erkennen.

Nonnenmacher beklagt Diebstähle von Zaunmaterial

Zugleich beklagt Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher regelmäßige Diebstähle von Batterien an Elektrozäunen, ganzer Toren oder Zaunelementen. „Das schadet uns allen und ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es gibt Tierhalter, die hier um ihre Existenz kämpfen. Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest geht uns alle an“, so Nonnenmacher. Sie appelliert an alle Angler, Spaziergänger oder Radfahrer, die installierten Tore in den Zäunen zu nutzen und nach dem Durchgang unbedingt wieder zu verschließen.

Brandenburg hat bereits entlang der gesamten brandenburgisch-polnischen Landesgrenze zu Polen eine feste Wildschweinbarriere zum Schutz vor der ASP errichtet. Am 24. Juni 2021 hat der Landeskrisenstab außerdem die Errichtung eines ASP-Schutzkorridors beschlossen. Die Baumaßnahmen des 2. Zaunes laufen.

Insgesamt wurden bisher 1845 ASP-Fälle bestätigt, davon entfallen auf Brandenburg1490 und auf Sachsen 450.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus ist besorgt über den ASP-Fall in der Uckermark. Der Landkreis grenzt direkt an Mecklenburg-Vorpommern an. "Die zunehmende Ausbreitung des Seuchengeschehens in unserem Nachbarbundesland, aber auch in Deutschland und Europa insgesamt, zeigt wie wichtig, die von uns eingeleiteten präventiven Maßnahmen, wie der Bau eines Schutzzaunes zu Polen und Brandenburg, sind." Jeder neue ASP-Fall lasse ihn aufhorchen. 

Sein Land werde weiter den Fokus weiter auf die Früherkennung legen, um ein mögliches Seuchengeschehen frühzeitig einzudämmen. Bislang gebe es hierzulande aber keine Anhaltspunkte auf ASP, so Backhaus, Er räumt aber ein, dass es keinen "100prozentigen Schutz "gebe.