Seuchenprävention

Schweinepest: Der Mensch als Risikofaktor

Hygiene
Frank Dautzenberg
am Montag, 09.12.2019 - 17:00

Der „Vektor“ Mensch bringt das ASP-Virus.

Die aktuellen Zahlen, Berichte und Analysen zur ASP, die in unseren europäischen Nachbarländern und in vielen asiatischen Ländern grassiert, zeigen, wie wichtig es für die Betriebe ist, ihre Tierbestände vor Seucheneintritten zu schützen. Bisher ist es nur Tschechien gelungen, die im Wildschweinbereich ausgebrochene ASP mit harter Konsequenz und restriktiven Maßnahmen zu tilgen (Ausbruch bestätigt am 27. Juni 2017, letztes positives Wildschwein am 8. Februar 2018 erlegt, letztes positives Wildschwein am 15. August 2018 verendet).

Neben Tschechien konnten bislang nur Belgien, Ungarn und Estland ihre Hausschweinbestände erfolgreich von der Seuche freihalten. Diese verzeichnen derweil „nur“ einen Ausbruch im Wildschweinbereich. In allen weiteren betroffenen Ländern wurde ASP in Wildschwein-, und Hausschweinbeständen nachgewiesen.

Am 9. September 2018 wurde der Ausbruch in Belgien in der Wildschweinpopulation bestätigt und im selben Jahr 161 positive Fälle bei Wildschweinen registriert. 2019 waren es bereits 479 Fälle. Aktuell wurde Berichten zu Folge noch ein positiver Wildschweinkadaver in Belgien entdeckt, wobei man davon ausgeht, dass das Tier bereits im Mai dieses Jahres verendet ist. Im weiteren Verlauf des Jahres 2019 wurden in Bulgarien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei und in der Ukraine ASP-Ausbrüche in Hausschweinbeständen festgestellt und dokumentiert; bisher insgesamt 1583 Fälle.

In Asien sind neben China die Länder Vietnam, Kambodscha, Südkorea, Laos und die Philippinen betroffen. Es wurden hier bis September 2019 etwa 100 Mio. Tiere getötet. Am Beispiel China konnte analysiert werden, dass die Einschleppung der ASP zu 46 % auf Fahrzeuge und Personen, zu 34 % auf Speiseabfälle und zu 19 % auf den Transport lebender Schweine zurückzuführen ist.

Auch im Falle Belgien steht wohl eindeutig fest, dass letztendlich der Vektor „Mensch“ – auf welchem Weg auch immer – das Virus ins Land brachte. Viele betroffene Länder weisen eine kleinstrukturierte Landwirtschaft in Bezug auf die Schweinehaltung auf. So ist es auch vielerorts bei uns in Bayern.