Seuchen

Schweinepest - Keime müssen draußen bleiben

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Frank Dautzenberg
am Donnerstag, 27.02.2020 - 14:52

Gerade im Hinblick auf die drohende ASP ist Biosicherheit enorm wichtig. Die Hygieneschleuse ist dabei eine wichtige Barriere zur Verhinderung von Keimeinschleppung. Diese müssen aber auch alle Stallbesucher benutzen.

Eine Umkleide sowie betriebseigene saubere Kleidung und Schuhwerk für Besucher müssen sämtliche Schweinehaltungbetriebe zur Verfügung stellen. Große Bestände brauchen zusätzlich eine Hygieneschleuse. Damit soll das Einschleppen von Keimen aller Art verhindert werden. Festgeschrieben sind die Regeln über die Schweinehaltungshygieneverordnung, die die Betriebe ihrer Tierplätze nach in drei Kategorien einteilt:
  • Kategorie A(nlage) 1: bis 3 Zuchtsauen oder bis 20 Mastplätze,
  • A(nlage) 2: 4 bis 150 Zuchtsauen oder 21 bis 700 Mastplätze bzw. bei gemischten Betrieben bis 100 Zuchtsauenplätze,
  • A(nlage) 3: größere Bestände als A1 und A2.
A1- und A2-Betriebe, die eine Umkleidemöglichkeit im Haus anbieten, sollten bedenken, dass es keinen Sinn macht, wenn nach dem Umkleiden mit den betriebseigenen Stiefeln der Teil des Hofes, der zur unreinen Seite des Betriebes gehört, durchkreuzt wird. Dieses Problem lässt sich lösen, indem man dem Besucher zunächst ein Paar betriebseigene Hausschuhe für den Weg bis zum Stalleingang anbietet. Erst vor der Stalltüre sind dann die betriebseigenen Stiefel für den Stalldurchgang anzulegen.

Desinfektionswannen für zusätzlichen Schutz

Eine andere oder zusätzliche Möglichkeit besteht darin, vor den Stalleingängen Desinfektionswannen aufzustellen. Im Freibereich sind diese mit einem Deckel zu schützen. Die Häufigkeit der Erneuerung der Desinfektionslösung in Wannen und Matten, ist abhängig vom Verschmutzungsgrad und der Nutzungsfrequenz (sollten bei jedem Stalldurchgang genutzt werden). Der Verschmutzungsgrad der Stiefel bestimmt dabei die Häufigkeit des Wechsels der Desinfektionslösung. Bei häufiger Nutzung ist die Lösung täglich zu erneuern.
A3-Betriebe, die über eine Hygieneschleuse verfügen, müssen dasselbe berücksichtigen, sofern die Schleuse nicht unmittelbar dem Stall vorgeschaltet ist. Die Hygieneschleuse ist stets sauber und ordentlich zu halten, was ebenfalls für Dusche und Waschbecken gilt.
Innerhalb der Hygieneschleuse muss für den Besucher die Trennung zwischen unreiner und reiner Seite erkennbar sein. Auf der unreinen Seite der Schleuse sollte die Möglichkeit zum Abstellen des Schuhwerks sowie zum Aufhängen der Straßenkleidung vorhanden sein. Im besten Falle gelangt man mittels Durchgangsdusche auf die reine Seite der Schleuse, wo man ein sauberes Handtuch und saubere betriebseigene Kleidung vorfindet. Waschlotion und Handdesinfektionsmittel sollten ebenfalls vorhanden sein. Handtücher sind in einem Schrank aufzubewahren, um diese vor Schmutz zu schützen.

Deutliche Trennung von reiner und unreiner Seite

Wer in seiner Hygieneschleuse nicht über eine Durchgangsdusche verfügt, kann die Trennung zwischen unreiner und reiner Seite innerhalb der Schleuse aber ganz einfach mittels Brett, Bank, Trassierband oder auch einer Bodenmarkierung lösen. Des Weiteren sollte ein Wasch- becken mit fließendem warmen Wasser zur Reinigung und Desinfektion der Hände zur Verfügung stehen. Auch bei der Hygieneschleuse gilt, dass die Biosicherheit beim Betriebsleiter und nicht erst beim Besucher beginnt.
Mittels Hygieneschleuse wird einerseits die Einschleppung von Krankheitserregern in den Bestand, aber andererseits genauso das Heraustragen von Keimen aus dem Bestand verhindert. Eine gut eingerichtete und funktionierende Hygieneschleuse, bildet somit eine wichtige Barriere zwischen reiner und unreiner Seite des Betriebes und erhöht die Biosicherheit im Betrieb.