Tierseuche

Schweinepest: Gut zwei Drittel Zaunbau stehen noch aus

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 20.08.2021 - 11:52

Der Bau des zweiten Zauns für den Schutzkorridor gegen die Afrikanische Schweinepest ist erst zu einem Drittel fertig.

Wildschweinzaun-Dänemark

Brandenburg hat erst zu einem Drittel den zweiten Schutzzaun fertig. Damit will das Land einen mindestens 500 Meter breiten wildschweinfreien Schutzkorridor errichten, um die die Gefahr eines Eintrags der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu minimieren. Innerhalb dieser „Weißen Zone“ wird der Wildschweinbestand auf möglichst null reduziert, es findet eine intensive Suche nach Fallwild statt und schweinehaltende Betriebe werden in besonderem Maße überwacht.

Wie das dortige Verbraucherschutzministerium mitteilt, sind landesweit sind von insgesamt rund 270 Kilometern des zweiten Schutzzauns 80 Kilometer fertig gestellt. Neben dem fertiggestellten Schutzzaun entlang Oder und Neiße hatte der Landeskrisenstab im Juni den Bau eines zweiten festen Zauns beschlossen. 

Die ASP breitet sich derzeit in Westpolen weitgehend ungebremst Richtung Norden aus. Dadurch erhöht sich auch der Infektionsdruck auf das nördliche Brandenburg. Ende Juli gab es im Landkreis Barnim den ersten bestätigten ASP-Fall beim Schwarzwild, vergangene Woche im Landkreis Uckermark.

In Brandenburg sind derzeit 1.522 ASP-Fälle registriert, bundesweit sind die Fälle in den letzten Tagen auf 1950 angestiegen. 428 Fälle sind es inzwischen in Sachsen.

Die Leiterin des Krisenstabs, Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, sieht die Landkreise an der Grenze als Bollwerk gegen eine weitere Ausbreitung der ASP Richtung Westen. Leider sei nicht zu erwarten, dass der Seuchendruck aus Polen absehbar nachlässt. „Darum bin ich sehr froh, dass der Bau des zweiten festen Zauns für den Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen so zügig vorangeht,“ so Heyer-Stuffer bei ihrem Ortsbesuch am Freitag (20.8.)

Karina Dörk, Landrätin des Landkreises Uckermark versichert, dass momentan in der Uckermark eine intensive Fallwildsuche unter Beteiligung von ehrenamtlichen Helfern, Mitarbeitern der Kreisverwaltung, Jägern und Vertretern aus den betroffenen Kommunen laufe. Dabei kommen auch Drohnen zum Einsatz.

Im Landkreis Barnim sind laut Landrat Daniel Kurth in den vergangenen drei Wochen bereits mehr als 200 Sucheinsätze durchgeführt worden. Hinzu kämen mehr als 20 Kilometer Festzaun und noch einmal gut 25 Kilometer Mobilzaun, die dafür sorgen, dass sich die ASP nicht ungebremst ausbreiten könne, so Kurth.