Tierseuche

Schweinepest: Erstmals an Hausschweinen in Brandenburg festgestellt

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 16.07.2021 - 14:33

Die Afrikanische Schweinepest ist in Brandenburg in zwei Schweinebeständen ausgebrochen. Gut 200 Schweine werden gekeult.

Mastschweine-Stall-Gedränge

Es war nur eine Frage der Zeit. Jetzt ist es passiert. Erstmals im Land Brandenburg - und damit bundesweit – wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Hausschweinbeständen festgestellt. Es handelt sich jeweils um Bestände in den Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch Oderland. Beide Bestände wurden sofort durch die zuständigen Veterinärämter gesperrt und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Das Virus wurde zunächst vom Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen. Am Donnerstag Abend (15.7.) hat das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), den Verdacht auf ASP bestätigt.

In dem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße wurde das Virus bei einem verendeten Tier beim ASP-Monitoring nachgewiesen. Auf Anordnung des zuständigen Veterinäramtes werden die 200 Tiere des Bestandes getötet und unschädlich beseitigt. Bei dem Fall im Landkreis Märkisch Oderland handelt es sich um eine Kleinsthaltung mit zwei Tieren. Die Schweinehalter können durch die Tierseuchenkasse entschädigt werden.

Weit über 1500 ASP-Fälle

Seit einem knappen Jahr kämpft Brandenburg gegen den enormen Seuchendruck aus Polen, der feste Zaun entlang Oder und Neiße ist laut Verbraucherschutzministerium geschlossen. "Wir haben inzwischen sechs Kerngebiete in Brandenburg, in denen wir durch systematische Fallwildsuche und Entnahme die ASP eindämmen. Dass wir nun auch die ersten Fälle in Hausschweinbeständen haben, bedauere ich sehr, leider war das aber auch nicht völlig auszuschließen," so Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher.

Sie appelliert an alle schweinehaltenden Betriebe, die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern.

In Brandenburg wurde bislang bei insgesamt 1.267 Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest festgestellt. Hausschweine waren bisher nicht betroffen. Bundesweit sind seit vergangenen September 1566 Fälle bestätigt, davon 299 in Sachsen.

BMEL: Innergemeinschaftlicher Handel nicht betroffen

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) besteht die Regionalisierung in der EU und damit weiter die Möglichkeit des innergemeinschaftlichen Handels mit Schweinen und Schweinefleisch fort, da die betroffenen Hausschweinbestände in den bisherigen Sperrzonen liegen.

Schweinehaltungen unterliegen hohen Biosicherheitsmaßnahmen nach der Schweinehaltungshygieneverordnung, um den Eintrag von Seuchenerregern von außen zu verhindern. Ein besonderes Ansteckungsrisiko besteht bei Auslauf- und Freilandhaltung von Hausschweinen, gerade in Kerngebieten und gefährdeten Gebieten. Darauf habe das BMEL wiederholt hingewiesen.

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