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Tierseuche

Schweinepest: Erster Fall in Niedersachsen bestätigt

Josef koch
Josef Koch
am Samstag, 02.07.2022 - 13:17

Land sieht sich gut auf Ausbruch vorbereitet. Bundesweit schon weit über 4050 Fälle von Afrikanischer Schweinepest registriert.

Afrikanische Schweinepest-Sperrbezirk

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat erstmals Niedersachsen erreicht. Der Ausbruch ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb im südlichen Landkreis Emsland festgestellt worden. Wie das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte, liegt seit Samstag (2.7.) die Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vor.

Der Betrieb in der Gemeinde Emsbüren hält 280 Sauen und rund 1500 Ferkel. Der komplette Bestand wird am Sonntag (3.7.) tierschutzgerecht getötet. Die Kontaktbetriebe werden derzeit recherchiert. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich.

Eintragsursache ist noch unbekannt

Die Eintragsursache ist bisher unbekannt. Um den Betrieb wurde eine Sperrzone in einem Radius von insgesamt 10 Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich liegen 296 Schweinebetriebe, in denen insgesamt rund 195.000 Schweine gehalten werden.

Die Sperrzone erstreckt sich auch auf Gebiete des angrenzenden Landkreises Grafschaft Bentheim. Zu den Maßnahmen in der Sperrzone zählen unter anderem Stichproben-Untersuchungen in allen Betrieben und das Verbot, Schweine zu verbringen (Durchgangsverkehr erlaubt).

Laut Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast war es nur eine Frage der Zeit, wann die Schweinepest auch Niedersachsen erreiche. Das Land habe sich in den vergangenen Jahren intensiv auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet, versicherte die Ministerin.

So fanden in den vergangenen Jahren regelmäßige Bund-Länder-Übungen statt, um die Abläufe zu überprüfen. Für rund 1,1 Millionen Euro hat das Land nach Ministeriumsangaben außerdem Materialen zur Eindämmung des Krankheitsgeschehens im Falle eines Ausbruchs bei Wildschweinen angeschafft.

Nutztierbestand auch in Brandenburg betroffen

In Brandenburg ist die ASP erstmals in einem Haustierbestand im Kreis Uckermark nachgewiesen worden. Betroffen ist laut Verbraucherschutzministerium in Potsdam ein Schweinemastbetrieb mit etwa 1300 Tieren. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler Institut (FLI), habe den Verdacht auf ASP am Samstag bestätigt. Laut dpa sie der Tierbestand sofort durch das zuständige Veterinäramt gesperrt und notwendige Maßnahmen eingeleitet worden. Die Tiere seien getötet und unschädlich beseitigt worden, wie das Ministerium am Samstag weiter mitteilte.

Bundesweit sind laut Tierseuchendatenbank 4055 Schweinepestfälle in Deutschland festgestellt worden. Die überwiegende Zahl an Wildschweinen. In Brandenburg belaufen sich die Fälle auf 2565, in Sachsen auf 1449, in Mecklenburg-Vorpommern auf 35, Je ein Fall wurde in Baden-Württemberg und Niedersachsen registriert.

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