Tierseuche

Schweinepest erreicht weiteres EU-Land

Schutzzaun
Agra-Europe
am Mittwoch, 12.02.2020 - 09:09

Griechen bestätigen ersten Fall, USA entwickeln Impfstoff, Deutschland verstärkt Vorkehrungen.

Erster dort bestätigter Fall - Kleine Sauenhaltung betroffen - Fortschritt bei Impfstoffentwicklung in den USA - In Rheinland-Pfalz werden mehr Schutzzäune angeschafft - Höfken nennt Einschleppungsverhinderung „oberstes Ziel“ - Backhaus sieht durch Fälle in Polen akute Bedrohungslage - Errichtung temporärer Wildschutzzäune an der Grenze wird geprüft

Athen/Bonn - In Griechenland hat es den ersten offiziell bestätigten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gegeben. Wie das Landwirtschaftsministerium in Athen bekanntgab, wurde das Virus in einer kleinen Sauenhaltung im nordgriechischen Ort Serres unweit der Grenze zu Bulgarien und Nordmazedonien festgestellt. Alle Schweine in einem Radius von 3 km rund um den Infektionsherd wurden getötet. Griechenland ist seit Anfang 2019 das zwölfte Land in der Europäischen Union mit ASP.

Wirksamerer Impfstoff entwickelt

In den USA hat kürzlich die Amerikanische Gesellschaft für Mikrobiologie (ASM) auf die Entwicklung eines experimentellen Impfstoffs hingewiesen, der weitaus wirksamer zu sein scheint, als zuvor entwickelte Vakzine. Alle Schweine, denen dieses veränderte Virus geimpft worden sei, seien in der Beobachtungszeit von 28 Tagen ohne klinische Symptome geblieben und hätten auch keine Virusausscheidung gezeigt.

Maßnahmenbündel in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz hat Umweltministerin Ulrike Höfken es derweil als „oberstes Ziel“ bezeichnet, eine Einschleppung der ASP in die Hausschweine- und Wildschweinpopulation zu verhindern. Das sei „sowohl aus ökonomischen als auch aus Tierschutzgründen“ wichtig, weshalb das Land „ein umfassendes Maßnahmenbündel sowohl zur Prävention als auch für den Krisenfall“ geschnürt habe, erklärte die Ministerin bei einer Übung zur Errichtung eines mobilen Elektrozauns bei Neuhäusel im Westerwald.

Neben Elektrozäunen könnten dabei aus geografischen Gründen auch Duftzäune zum Einsatz kommen. Höfken verwies auf weitere Maßnahmen zur ASP-Prävention wie das Monitoring von Fallwild und dessen Beprobung, das Aufstellen von Kadavertonnen für tot gefundene Tiere, die Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine oder finanzielle Mittel zur Förderung der Schwarzwildbejagung und die Vermarktung von Wildbret.

Backhaus trifft Landräte

Aufgrund der ASP-Einschleppungsgefahr lud Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus Landräte und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte zu einer Erörterung der Bedrohungslage nach Schwerin ein. Aufgrund des Risikos eines Seucheintrags werden die Wildschutzzäune entlang der Autobahn 11 zu Brandenburg durch das Energieministerium vervollständigt.

Die Möglichkeit, temporäre Wildschutzbarrieren grenznah zu Polen zu errichten, werde geprüft. Dazu seien die laufenden Abstimmungen der Bundesbehörden mit den polnischen Behörden zur Seuchenbekämpfung
abzuwarten, erklärte Backhaus. Noch nicht abschließend gelöst ist ihm zufolge die Frage, wie Landwirte oder Waldbesitzer, die unmittelbar von Nutzungseinschränkungen in Restriktionsgebieten betroffen sind, entschädigt werden sollen.