Tierseuche

Schweinepest: Bauernverband fordert bessere Bekämpfung

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 16.07.2021 - 13:28

Die Bundesländer müssen mehr tun, um die ASP zu bekämpfen. Für Panikverkäufe von Mastschweinen besteht aber kein Grund.

Schweinepest-Zaun-Weiße Zone

Mit dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in zwei Hausschweinebeständen nahe der polnischen Grenze verlangt DBV-Veredelungspräsident und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hubertus Beringmeier, die Tierseuche besser zu bekämpfen. „Diese weitere Ausbreitung zeigt die hohe Dringlichkeit einer besseren Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest an der polnischen Grenze. Es muss endlich gelingen, die Seuche zurückzudrängen“, so Beringmeier. Der Berufsstand stellt fest, dass die ergriffenen Maßnahmen ebenso wie deren Koordinierung nicht ausreichen.

Mit dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, ist sich Beringmeier einig, dass auf die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen einschließlich Aufstallungsgeboten strikt zu achten ist und hier alle Betriebe zur ständigen Überprüfung angehalten sind. Ferner sollten nach Ansicht beider Präsidenten private Kleinsthaltungen in den betroffenen Regionen nach Möglichkeit herausgekauft werden, um das Gesamtrisiko weiter zu reduzieren.

Für Panikreaktionen an den Märkten besteht nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes kein Anlass, da die Fälle in bestehenden Restriktionszonen liegen und die Regionalisierung im Handel weiter gilt.

ISN rät zur Ruhe

Staack-Torsten-ISN

Das sieht auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) so. Deren Geschäftsführer Dr. Torsten Staack empfiehlt: „Ruhe bewahren!“

Auch wenn die ASP nun erstmals bei Hausschweinen in Deutschland festgestellt worden sei, bestehe kein Grund zur Panik. Die beiden betroffenen Betriebe liegen innerhalb der bisher schon bestehenden Restriktionszonen in Brandenburg und sind laut ISN bereits geräumt worden. Daher ändert sich die Lage für die deutschen Schweinehalter nicht gravierend.

Deutschland ist durch die ASP beim Wildschwein für den Schweinefleischexport in viele Drittländer ohnehin gesperrt. Auf europäischer Handelsebene greift weiterhin das Regionalisierungsprinzip, wodurch sich aktuell keine Veränderungen für die deutschen Absatzmärkte in der EU ergeben.

Staack: Preisdruck der Abnehmer wäre schamlos

Zudem ist das Schlachtschweineangebot hierzulande laut ISN äußerst niedrig. Es befindet sich auf dem Niveau von dem Jahr 2007, also einem geradezu historischen Tiefststand. Trotzdem ächzen die deutschen Schweinehalter aktuell bereits unter einem ruinösen Preistief. Konkret machen sie derzeit einen Verlust von 30 bis 40 Euro je Tier.

„Wer jetzt trotz dieser beschriebenen Lage versucht, weiter den Preis zu drücken, der nutzt die Situation mit vorgeschobenen Argumenten schamlos aus. Wir erwarten von den Abnehmern in Deutschland daher ein klares Statement – ein mindestens stabiles Preisniveau ist jetzt das zwingende und richtige Signal an die deutschen Schweinehalter,“ so der ISN-Geschäftsführer.