Lebenmitteleinzelhandel

Schweinefleisch: Aldi will Druck vom Markt nehmen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 06.09.2021 - 11:39

Dazu wollen die beiden Unternehmensgruppe Aldi Nord und Aldi Süd zeitweilig Neuausschreibungen aussetzen.

Aldi-Schild

Mit der Maßnahme wollen Aldi Nord und Aldi Süd nach eigenen Aussagen zur Entspannung der aktuellen Situation am Markt beitragen. Die Einkaufspreise würden sich derzeit an einem Preiskorridor orientieren, der das Niveau vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland abbildet.

Damit erhielten Lieferanten zunächst weiterhin eine Vergütung für bestehende Schweinefleischartikel, die rund 15 bis 20 Prozent über dem aktuellen Schweineauszahlungs-Preisniveau liegt. Außerdem will Aldi die Zusagen im Rahmen der Initiative Tierwohl (ITW) einhalten und verstärkt deutsche Ware abnehmen.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und damit einhergehenden Exportstopps insbesondere nach Asien waren die Basispreise in den vergangenen Wochen massiv eingebrochen. Auch die Nachfrage der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher nach Schweinefleisch war zuletzt rückläufig.

ISN sieht positives Signal, dennoch nur einen Tropfen auf den heißen Stein

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) geht davon aus, dass die Lebensmittelhändler inzwischen den Ernst der Lage in der Schweinehaltung zu erkannt haben beziehungsweuse auf den Druck aus der Landwirtschaft reagieren. Angesichts der immer dramatischer werdenden schlechten finanziellen Lage der Schweinehalter sei das ohne Frage ein positives Signal, aber dann doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn die hochgesteckten Tierwohlziele zukünftig noch erreichbar sein sollen, müssten die Schweinehalter heute Geld mit Schweinen der Haltungsformen 1 und 2 verdienen. Das heißt, die Ferkel- und Mastschweinepreise müssten nun schnell wieder auf ein weit höheres und auskömmliches Niveau.

Dafür brauche es Absatz. Absatz, und noch mal Absatz. Hier könnten alle Lebensmitteleinzelhändler durch Absatzwerbung für deutsches Schweinefleisch mit Nachdruck weiter mithelfen, schlägt die ISN vor. Besonders entscheidend sei aber, dass alle Vertriebswege für deutsches Fleisch voll genutzt würden. Deshalb müssten insbesondere auch Großhandel, Außer-Haus-Verzehr und Fleischverarbeitung reagieren und konsequent auf die deutsche Herkunft und die Einhaltung der hiesigen Standards beim Schweinefleisch setzen. Denn hier gebe es noch besonders viel Luft nach oben.