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Bundesschau

Das schönste Schaf kommt aus Bayern

Rassesieger Merinolandschaf: Aus der Zucht der Lehranstalten Triesdorf mit Kerstin Smietana.
Andrea Kaufmann
am Donnerstag, 03.11.2022 - 07:41

Bei der Bundesschau in Hessen räumen die bayerischen Züchter ab.

Bundeschampion: Stefan Kreuzer mit seinem Brillenschaf Marla.

Mehr als 750 Schafe aus über 40 Rassen – schon das grandiose Nennungsergebnis versprach für die erste Bundesschau Schafe nach vielen Jahren Großes. Das hessische Alsfeld bot als Austragungsort mit den großzügigen Hessenhallen ein perfektes Ambiente und die Organisatoren des VDL zusammen mit den Verantwortlichen der hessischen Verbände hatten ganze Arbeit geleistet.

Es waren praktisch alle da: Schafe der wohl kleinsten in Deutschland gezüchteten Rasse Ouessant und dann über die zahlreichen, für die Landschaftspflege so unentbehrlichen Rassen der Heidegebiete, Mittelgebirge und des alpines Raums bis hin zu den wichtigen Wirtschaftsrassen. Die Teilnehmer aus ganz Deutschland und die vielen Besucher dürften diese Schau wohl in bester Erinnerung behalten. Dies gilt wohl vor allem für die bayerische Delegation, die nicht nur zahlenmäßig, sondern vor allem mit ganz großer Qualität der Zuchttiere glänzen konnte.

In vier Ringen wurden parallel die Wettbewerbe ausgetragen

Züchtermedaille in Bronze: Die Geschwister Quirin und Johanna Schlamp mit ihrem Alpinen Steinschaf.

Die Logistik einer solchen Großveranstaltung stellte die Organisatoren vor eine große Herausforderung. Dass die Veranstaltung dann reibungslos und im vorgesehenen Zeitplan ablief, darf getrost als Erfolg bezeichnet werden und zeigte unter anderem eine bemerkenswerte Solidarität in der deutschen Schafzucht. In vier Ringen wurden parallel die verschiedenen Wettbewerbe ausgetragen. Hochkonzentriert bewerteten die Richterteams die mehr als 650 Ausstellungstiere in den verschiedenen Kategorien und leisteten damit wahrlich Schwerstarbeit.

Erwartungsgemäß stark vertreten waren die bayerischen Schafzüchter im Ring der alpinen Rassen. Hier konnten sich schon am ersten Tag die Züchter:

  • Ludwig Prinz und Michael Strauß, Weißes Bergschaf,
  • Marie-Theres Maurer, Geschecktes Bergschaf,
  • Josef und Barbara Pirchmoser, Braunes und Schwarzes Bergschaf,
  • Marion und Dr. Christian Mendel und Familie Schlamp, Alpines Steinschaf,
  • Max Wagenpfeil und Stefan Kreuzer, Brillenschaf über hochprämierte und mit dem Bundessieger bzw. Titel des Wollsiegers ausgezeichnete Tiere freuen.

Bayern stark vertreten

Bundessieger: Josef Pirchmoser und Tochter Marei mit ihrem Braunen Bergschaf.

Auch bei den Merinolandschafen schickten bayerische Schafzüchter hervorragende Zuchttiere ins Rennen. Dabei konnten vor allem die Tiere aus den Landwirtschaftlichen Lehranstalten voll überzeugen. Neben dem Wollsieger stellten die Triesdorfer zwei weitere Bundessieger und mit einem jungen Bock den Champion dieser Rassegruppe. Einen weiteren Bundessieger bei den Merinos durfte Alexander Füller mit nach Hause nehmen.

In einem großen Lot und mit starker Konkurrenz konnten Stefan Graf und Otto Behringer bei den Coburger Fuchsschafen jeweils eine der begehrten Bundessieger-Plaketten in Empfang nehmen. Und bei der noch relativ neuen Rasse Zwartbles errang Andreas Kreitner auf Anhieb einen Bundessieg.

Züchtersammlungen als besonderer Stolz

Der besondere Züchterstolz gilt eigentlich immer den Züchtersammlungen. Mit einem Bock und zwei passenden weiblichen Tieren präsentiert ein Züchter seine Zuchtphilosophie und das Ergebnis vieler Jahre Selektion. Auch in dieser Königsklasse gab es am Sonntagmorgen schöne Erfolge für die Bayern. Die Gruppe Merinolandschafe aus Triesdorf ergatterte den Titel ebenso wie die Gruppe der Weißen Bergschafe von Züchter Ludwig Prinz vor der schönen Gruppe Brillenschafe von Stefan Kreuzer. Bei den Verbandssammlungen konnte die gemischte Gruppe der Coburger Fuchsschafe aus Bayern den Siegertitel erringen.

Auch wenn die Erfolge für die bayerische Schafzucht bis Sonntagmittag schon riesig waren, so sollte der Höhepunkt erst noch kommen. Mit einem lauten Jubelschrei und unter begeistertem Applaus wurde das schon als perfekt zu bezeichnende Brillenschaf aus der Zucht des noch jungen Züchters Stefan Kreuzer aus Windach von allen anwesenden Richtern zum Champion über alle Rassen erklärt. Marla heißt die junge Dame.

Dass mit der imponierenden Gruppe der Weißen Bergschafe von Ludwig Prinz aus dem Allgäu dann auch noch der Championtitel der besten Sammlung der ganzen Schau nach Bayern ging, machte den Erfolg komplett. Zu Recht jubelten die bayerischen Schafzüchter und dürften diese Bundesschau wohl in bester Erinnerung behalten.

Medaillen einkassiert

Zwei der drei Goldmedaillen des Bundesministeriums gingen an Stefan Kreuzer und Ludwig Prinz und so nach Bayern. Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf erhielten eine silberne und eine bronzene Medaille. Vom bayerischen Landwirtschaftsministerium gingen eine Züchtermedaille in Gold an Stephan Graf, in Silber an Michael Strauß und in Bronze an Josef Pirchmoser und die Geschwister Schlamp.

Nach diesem beeindruckenden Schaufenster der Deutschen Schafzucht in Alsfeld kann man sich nur wünschen, dass nicht unzählige Jahre ins Land gehen, bevor den engagierten Züchtern wieder ein solches Forum geboten wird.