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Tierschutz

Sauenhaltung: Kompromissvorschlag auf dem Tisch

Medikament zur Beruhigung
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 02.06.2020 - 16:55

Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben einen gemeinsamen Vorstoß unternommen.

NRW und Schleswig Holstein wollen, dass mit Inkrafttreten der Verordnung im Deckzentrum das ausgestreckte Liegen der Sauen in Seitenlage ohne bauliche Hindernisse ermöglicht werden muss. Ein anderes Schwein solle dabei aber kein Hindernis darstellen.

Erst nach Ablauf einer achtjährigen Übergangsfrist solle das vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg geforderte ungehinderte Ausstrecken in Seitenlage in Kraft treten. Damit wäre keine sofortige Reduktion der Sauenzahl im Deckzentrum erforderlich. Im Abferkelbereich sollen demnach die Vorgaben des OVG-Urteils allerdings bereits unmittelbar verbindlich sein.

Zeitplan: 3+2+3(+2) Jahre Übergangszeit

Geeinigt hätten sich die beiden Länder auf verkürzte Übergangsfristen für die Haltung im Deckzentrum. Danach sollen die Sauenhalter innerhalb von drei Jahren ein Umbaukonzept vorlegen müssen. Nach weiteren zwei Jahren müsse ein Bauantrag gestellt werden. Bis zur Umsetzung der Baumaßnahme soll der Landwirt anschließend drei Jahre Zeit bekommen.

Schließlich sind für Härtefälle weitere zwei Jahre vorgesehen. Betriebe, die die Sauenhaltung aufgeben wollen, sollen dies binnen drei Jahren verbindlich erklären müssen, heißt es in der AgE-Meldung. Sie sollen dann die Sauenhaltung noch zwei Jahre weiterführen dürfen. Für Betriebe mit weniger als zehn Sauen sollen weiterhin Ausnahmen gelten.

Wichtig ist nicht nur, wie es weitergeht, sondern dass es weitergeht

Die ISN hat in einer ersten Reaktion gutgehießen. Die Sauenhalter würden endlich Klarheit darüber brauchen, wie es weitergehen soll. Die Betonung, so die ISN, liege aber auf wie es weitergeht und nicht wie es endet.  Ein Kompromiss macht nur dann Sinn, wenn die Schweinehalter dadurch endlich Planungssicherheit und vor allen Dingen auch eine Zukunftsperspektive bekommen würden.

Deshalb müsse gleichzeitig klar sein, dass die Betriebe die neuen Vorgaben auch in der vorgegebenen Zeit umsetzen können und dürfen.

Mit Material von AgE