Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Versteigerung auf der World Dairy Expo

Rinderversteigerung: Ein Sale nach US-Art

Rinderversteigerung
Josef Berchtold
Josef Berchtold
am Dienstag, 18.10.2022 - 09:51

So stellt man sich eine Viehversteigerung in den Staaten vor: Der Auktionator überschlägt sich fast beim Reden, es ist laut und hektisch, und auch unterhaltsam. So war es am World Premier Brown Swiss Sale an der World Dairy Expo in Madison am Mittwoch, 5. Oktober.

Auktionator Adam Fraley versteht sein Handwerk. Er spricht enorm schnell und laut und wiederholt immer wieder den Preis, der gilt, wenn ein weiterer Bieter die Hand hebt. Unterstützt wird er von fünf Ringmen, die die Auktionsbesucher genau im Blick haben und laut schreien, wenn einer die Hand oder den Katalog hochhält. Für den Versteigerer ist es das Signal, im Preis nach oben zu gehen, er braucht den Bieter dazu gar nicht zu sehen.

Das hektische Treiben wird abrupt unterbrochen, wenn der Pedigree-Reader ein Tier genauer vorstellt oder sonst etwas interessantes darüber erzählt, was zögernde Interessenten davon überzeugen könnte, die Hand zu heben. Diese Aufgabe hat Norman Magnussen, der das Viehhandelsgeschäft in den Staten bestens kennt.

Höchstpreis bei 28800 US-$

Versteigert wird neben Kälbern, Rindern und Embryonen auch die Option, ein besonders wertvolles Rind über IVF zu nutzen. Das ist eine Technik, bei der Embryonen über die Befruchtung der Eizellen im Labor gewonnen werden. Diese Technik ist in den USA weit verbreitet. Jedenfalls bezahlte das Zuchtunternehmen STg einen Preis von 15.000 $, um eines von drei Rindern der Perry-Brook-Farm über IVF zu nutzen. Garantiert werden acht Embryonen. Gibt es weniger, wird der Preis anteilig reduziert. Die Kosten für das Verfahren und das benötigte Sperma trägt dabei der Käufer.  

Den Höchstpreis an der Auktion erzielte das zuchtwertstarke Kalb Promise (V: Jonmar) aus der bekannten Cadence-Tochter Paula von der Hilltop Acres Farm, das ebenfalls STg für 28800 $ ersteigerte. Weitere zwei Rinder galten über 20000 $. Der Durchschnittspreis der Auktion lag bei rund 8000 $.