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Rinderhaltung

Rinderbestand in Bayern: Es geht weiter bergab

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 14.01.2022 - 10:57

Die größten Veränderung gab es bei den Haltern von Milchvieh. Deren Zahl ist in allen bayerischen Bezirken rückläufig.

Update 14.01.2022: Regional aufgeschlüsselte Daten

In Bayern gibt es zum Stichtag 3. November 2021 exakt 2.885.723 Rinder in 40.580 Haltungen. Die Zahl der Rinderhaltungen ist damit im Vergleich zur Vorjahreserhebung um 2,5 Prozent (-1.049 Haltungen) gesunken. Der Rinderbestand verringerte sich um 1,7 Prozent (-50.867 Tiere). Die durchschnittliche Rinderzahl je Haltung bleibt im November 2021 mit 71 Rindern zum Vorjahr unverändert.

Die Bestandszahlen hatte das Bayerische Landesamt für Statistik bereits im Dezember veröffentlicht. Jetzt gibt es regional aufgeschlüsselte Daten:

Unter den Regierungsbezirken hat Oberbayern mit 867.099 Tieren den größten Rinderbestand, gefolgt von Schwaben mit 625.667 Rindern. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 1,3 Prozent in Oberbayern bzw. 2,0 Prozent in Schwaben. Die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz liegen mit 422.158 (-1,4 Prozent) bzw. 395.173 Tieren (-1,1 Prozent) fast gleichauf. Ebenso haben Mittelfranken mit 268.019 (-2,9 Prozent) und Oberfranken mit 205.295 (-1,7 Prozent) ähnlich viele Rinder. In Unterfranken gibt es mit 102.312 Tieren die wenigsten Rinder (-4,0 Prozent).

Auf Kreisebene ist das Ostallgäu ist mit 129.319 Tieren knapper Spitzenreiter bei den Rinderbeständen auf Kreisebene. Es folgen die Kreise Rosenheim mit 129.269, Unterallgäu mit 125.819 und Rottal-Inn mit 105.698 Rindern.

4,3 Prozent der Milchviehhalter haben aufgehört

Milchkühe stellen mit 1.086.209 Tieren einen Anteil von 37,6 Prozent am gesamten Rinderbestand dar. Der Milchkuhbestand ging analog zum gesamten Rinderbestand um 1,7 Prozent (-18.259 Tiere) gegenüber dem Vorjahr zurück. Bei den entsprechenden Haltungen ist sogar ein Rückgang um 4,3 Prozent (-1.137 Haltungen) auf 25.208 Milchkuhhaltungen zu verzeichnen. Die durchschnittliche Anzahl der Milchkühe je Milchkuhhaltung ist in Bayern im Jahresvergleich um ein Tier auf 43 Milchkühe gestiegen. Die größten Bestände gibt es in Mittel- und Oberfranken mit 51 bzw. 49 Kühen. Am kleinsten sind die Bestände in Ober- und Niederbayern mit durchschnittlich 40 und 39 Tieren.

Die Zahl der Milchkuhhaltungen ist in allen bayerischen Regierungsbezirken gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Der stärkste Rückgang zeigt sich hierbei in Unterfranken mit einem Minus von 8,5 Prozent auf 541 Haltungen. Es folgen Mittelfranken mit -6,3 Prozent auf 1.865 und Oberfranken mit -5,0 Prozent auf 1.621 Haltungen. Den vergleichsweisen kleinsten relativen Rückgang an Haltungen weisen mit einem Minus von jeweils 3,7 Prozent die Bezirke Niederbayern (3.442) und Schwaben (5.740) auf.

Auf Kreisebene finden sich die meisten Milchkühe im Kreis Ostallgäu mit 65.418, fast gleichauf mit dem Kreis Unterallgäu mit 63.505 Milchkühen. An dritter Stelle liegt der Landkreis Rosenheim mit 60.949 Kühen.

Bei den sonstigen Kühen (Ammen- und Mutterkühe) ist bei den Haltungen ein leichter Anstieg (+34 auf 7.455 Haltungen) und bei den Beständen (-239 auf 67.229 Kühe) ein vergleichsweise geringer Rückgang festzustellen.

Bestand an Kälbern und Jungrindern stabil

Mit einem Bestand von 852.326 Tieren sind die Kälber und Jungrinder zum 3. November 2021 nahezu auf Vorjahresniveau (-0,6 Prozent).

In der Kategorie der Rinder von einem Jahr bis unter zwei Jahren wurde ein Gesamtbestand von 682.359 Tieren ermittelt, was im Vergleich zur Erhebung vom 3. November 2020 einem Rückgang von 3,2 Prozent (-22.855 Tieren) entspricht.

Den Hauptanteil dieser Kategorie stellen mit 72,2 Prozent (492.978 Rinder) weibliche Tiere dar, wovon wiederum 84,5 Prozent (416.405 Rinder) für Zucht und Nutzung und 15,5 Prozent (76. 573 Rinder) für die Schlachtung vorgesehen sind.

Abnahmen im Bestand älterer Rinder

Des Weiteren wurden rund zwei Prozent weniger Rinder ab zwei Jahren gezählt (-4.071), ihr Bestand liegt 2021 bei 197.600 Tieren. Davon sind 8,2 Prozent (16.266 Tiere) Bullen oder Ochsen und 91,8 Prozent weibliche Rinder (181.334 Tiere). Ein Anteil von 91,8 Prozent (166.508 Tiere) der weiblichen Rinder ist für die Zucht und Nutzung vorgesehen, rund 8,2 Prozent (14.826 Tiere) hingegen für die Schlachtung.