Initiviative Tierwohl

QS berechnet erstmals Tiergesundheitsindex

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Ulrich Graf
am Dienstag, 21.08.2018 - 13:41

Zum 1. August 2018 wurde erstmals der Tiergesundheitsindex (TGI) für alle Schweinemastbetriebe im QS-System berechnet.

Die Schweinemäster erhalten die zusammengetragenen Ergebnisse aus den Schlachtungen des 1. Halbjahres 2018 von ihrem Bündler. Damit haben sie die Möglichkeit, die Organbefunde ihrer abgelieferten Tiere zu bewerten und sich mit den anderen Landwirten, die an denselben Schlachthof geliefert haben, zu vergleichen. Grundlage für den Index sind die Ergebnisse der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung, die in der Schlachthof-EDV erfasst, an die QS-Befunddatenbank weitergegeben und dort Schlachthof bezogen ausgewertet werden.

Es werden vier Teilindices ermittelt und weitergeleitet

  • Atemwegsgesundheit (Herz, Lunge, Brustfell),
  • Organgesundheit (Leber, Darm),
  • Gelenkgesundheit (Gelenke, Liegebeulen) und
  • Unversehrtheit des Schlachtkörpers (Haut, Ohr, Schwanz, Treibespuren).

Die Berechnung der Teilindices erfolgt für alle Lieferungen eines Landwirts (VVVO-Nummer) an einen Schlachthof über einen Zeitraum von sechs Monaten. Die Indices für die Lieferungen des Landwirts werden im Vergleich zum 1. Quartil und zum Median aller Lieferungen an den jeweiligen Schlachtbetrieb dargestellt. Dieser Vergleich ermöglicht den Schweinehaltern neben der absoluten auch eine relative Einordnung.

Die Werte für die Indices liegen zwischen 0 und 100. Gute Schlachtkörperbewertungen ergeben einen höheren Wert, Auffälligkeiten führen zu Abwertungen. Werden niedrige Werte aufgrund von höheren Befundraten festgestellt, sollte der Landwirt mögliche Defizite in seinem Betrieb identifizieren und prüfen, ob betriebliche Maßnahmen, wie beispielsweise eine Änderung der Klimaführung im Stall, notwendig sind.