Hallenbau

Neues Planungssystem für Hallen

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Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
am Freitag, 30.04.2021 - 05:44

Ein Forschungsverbund entwickelt eine neue Methode, wie sich Holzdächer für landwirtschaftliche Gebäude digital planen lassen: von den Fachplanungen über die voll- oder teilautomatisierten Fertigungsabläufe bis hin zu den Vormontageprozessen.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Planungsinstrument soll auf die speziellen Ansprüche von kleinen und mittleren Unternehmen des Holzbaus zugeschnitten werden.
Um die Wohnungsnot zu lindern, entwarf der Merseburger Architekt Friedrich Zollinger vor rund 100 Jahren eine neue Holzbauweise: Sein markant geformtes Zollinger-Dach basiert auf einer Lamellenstruktur, die sich leicht, schnell und kostengünstig errichten lässt.
An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) griff man Zollingers Idee neu auf und entwarf eine kreisbogenförmige Brettrippendachkonstruktion – ressourceneffizient, flexibel, recycelbar – das ReFlexRoof.
Nun will ein Forschungsverbund Zollingers Holzbauweise auch planerisch ins digitale Zeitalter hieven. Vor allem, weil sich das ReFlexRoof ideal für eine Standardisierung der Fertigungsprozesse eignet und dadurch eine serielle Vervielfältigung ermöglicht, ohne dass die architektonische Vielfalt verloren geht.

Leicht, schnell, kostengünstig

In dem Forschungsvorhaben, das vom BMEL über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert wird, wird erstmals eine digital basierte Planungsmethodik für landwirtschaftliche Gebäude entwickelt. Alle erforderlichen Schritte der Fachplanungen sollen darin verknüpft werden. Am Ende soll ein digitales Planungsinstrument entstehen, speziell ausgelegt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Holzbaus.
Das neue digitale Planungsinstrument ist auf den Bau von materialeffizienten und robusten Systemdachkonstruktionen für landwirtschaftlich genutzte Hallen ausgerichtet. Dabei berücksichtigt es die typische Bearbeitungs- und Montagekompetenz des heimischen Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks und baut auf die primäre Nutzung von Holz.