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Futtermittel

Mehr heimisches Eiweiß verfüttert

Hans Dreier
Hans Dreier
am Dienstag, 14.06.2022 - 08:13

Aktuelle Zahlen zur Herkunft und Menge des in Deutschland verfütterten Eiweißes (Rohprotein) zeigen, dass 82 % aus eigenem Anbau stammen.

Den deutschen Landwirten wird immer wieder vorgeworfen, ihr Vieh in Megaställen zu halten und ausschließlich mit Importfutter zu höchstem Wachstum zu treiben. Aktuelle Zahlen zur Herkunft und Menge des in Deutschland verfütterten Eiweißes (Rohprotein) zeigen jedoch, dass 82 % aus eigenem Anbau stammen. Das Inlandsfutter macht 2020/21 mit 120 Millionen t den größten Teil des Gesamtfutteraufkommens (Produktgewicht) aus. Importbedarf besteht nur bei Futtermitteln mit höheren Proteingehalten wie Sojaschrot. Allerdings kommt auch davon ein großer Teil aus dem europäischen Raum.

Den größten Anteil am Gesamtfutteraufkommen hatte 2020/21 Raufutter mit 69 % (87,7 Mio. t), während auf Getreide 19 % (24,5 Mio. t) und Rapsschrot 3 % (4,1 Mio. t) entfallen. Die restlichen 9 % (11 Mio. t) verteilen sich auf Hülsenfrüchte wie Sojaschrot, Ölsaaten, weitere Ölkuchen/ Schrote, sonstige Nebenprodukte sowie nichtpflanzliche Quellen. Diese Zahlen hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) in einer Zeitreihe für die Wirtschaftsjahre 2017/18 bis 2020/21 ermittelt.

Verfütterung heimischer Leguminosen gestiegen

Die Verfütterung von heimischen Leguminosen hat im Vergleich zum vergangenen Wirtschaftsjahr 2019/20 um rund 60 % zugenommen. Das gilt sowohl für Körnerleguminosen wie Acker- und Sojabohne, Erbse und Lupine als auch für die Leguminosen zur Ganzpflanzenernte wie Luzerne und Klee. Den größten Zuwachs verzeichnen die Futtererbsen von 94 000 (2019/20) auf nunmehr 204 000 T.

Eiweißlücke sinkt auf 18 %

Die Eiweißbilanz zeigt auch die sogenannte „Eiweißlücke“. Sie entspricht dem Anteil des importierten Futters am Gesamtfutteraufkommen, jeweils umgerechnet in den Proteingehalt. Die Daten für das Wirtschaftsjahr 2020/21 zeigen: Insgesamt stammen 82 % des Gesamtfutteraufkommens (bezogen auf den Rohproteingehalt) aus dem Inland. Bei der Eiweißlücke von 18 % handelt sich hauptsächlich um hochwertige Proteinfuttermittel wie Soja, das aus Übersee importiert wird.