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Bienenhaltung

Mehr Bienen und mehr Imker

Imkerei in Deutschland in Zahlen
Deutscher Imkerbund
am Mittwoch, 26.01.2022 - 08:52

Die Zahl der Imker hat wieder das Niveau von vor 60 Jahren erreicht. Jeder Imker hat im Durchscchnitt 7 Völker, vor 60 Jahren waren es 11.

Die Zahl der Imkereien in Deutschland steigt seit 2017 stetig an. Bienenhaltung ist zum Trend geworden. Weniger wegen des leckeren Honigs, sondern eher durch die Faszination am Insekt und dem Naturschutzbeitrag. Das bestätigt der überwiegende Teil der derzeit rund 170 000 imkernden Menschen in Deutschland. Diese sind aktuell durchschnittlich 55 Jahre alt.

40000 Tiere je Volk

Was diese Faszination ausmacht, das erfährt jeder, der sich einmal einem Bienenvolk genähert hat. Trotz der durchschnittlich 40 000 Einzelindividuen im Stock bilden alle ein harmonisches Ganzes und alles scheint einem wohl geordneten Ablauf zu folgen, der nicht gänzlich erklärbar ist.

Um dieses emsige Treiben zu verstehen, ist es für jeden Interessierten unerlässlich, sich sowohl in Theorie als auch in Praxis mit dem „Bien“, wie ein Bienenvolk auch genannt wird, auseinanderzusetzen. Erste Anlaufstelle dafür sind nicht selten die Imkervereine, die bundesweit Kurse für Anfänger anbieten und fachliche Patenschaften vermitteln. „Dies war in den letzten beiden Jahren der Corona-Pandemie und des Nicht-Treffen-Könnens vielerorts für unsere Ehrenamtlichen eine immense Herausforderung, die größtenteils aber gemeistert wurde“, freut sich der Präsident des Deutschen Imkerbundes e.V. (D.I.B.), Torsten Ellmann.

Frauenanteil liegt bei 20 %

Die Gesamtzahl der Imkervereinsmitglieder stieg bis Ende 2021 um 2,34 % auf 135 730 an. Das sind immerhin 80 % der gesamten Imkerschaft in unserem Land. Knapp 22 % der D.I.B.-Mitglieder sind mittlerweile Frauen. Die Zuwächse verteilten sich relativ harmonisch auf das gesamte Bundesgebiet.

Selbst Großstädte, wie Hamburg und Berlin, die in den letzten Jahren teils immense jährliche Steigerungsraten von 15 – 25 % durch den medial befeuerten Urban-Beekeeping-Trend verzeichneten, lagen 2021 mit 1,85 und 2,67 % wieder nahe am Bundesschnitt.

Hoffen auf persönlichen Kontakt

Im Jahr 2020 betrug der bundesweite Mitgliederzuwachs 4,23 %. Die Verbandsvertreter sind sich sicher, dass die Folgen der Corona-Pandemie nicht gänzlich ohne Folgen geblieben sind. „Sicherlich gab es 2021 annähernd so viele Interessierte wie das Jahr zuvor, aber häufig war der Kontakt zu unseren Vereinen nicht möglich. Pandemie-bedingt wuchsen die Online-Schulungs-Angebote“, stellt Ellmann klar. Diese könnten aber die Praxis und den direkten Kontakt zu Fachleuten und den Bienen nicht vollständig ersetzen. Die Imkerverbände hoffen, dass in der kommenden Bienensaison Praxisschulungen im vollen Umfang wieder möglich sein werden. Ungeachtet dessen sei jeder Bieneninteressierte verpflichtet, sich an seine Tierhalterpflichten zu halten.

Mit der jetzt erreichten Zahl der Imkerinnen und Imker ist trotzdem ein Meilenstein geschafft: Es gibt in Deutschland wieder ungefähr so viele Imkereien wie vor 60 Jahren. Damals betreute allerdings jede Imkerei durchschnittlich elf Bienenvölker, heute sind es gerade noch knapp sieben.

Jeder kann im Garten den Bienen helfen

Ellmann verweist auch darauf, dass sich in den letzten 60 Jahren die Nahrungs- und Lebensbedingungen für Blüten besuchende Insekten verschlechtert hätten. Nicht jeder müsse Imkerin oder Imker werden. Mit einer bienenfreundlichen Gestaltung von Gärten, öffentlichen Flächen und der Landwirtschaft könne jeder etwas für die Honigbienen tun und allen Blüten besuchenden Insekten helfen. Jeder sollte sich also bereits jetzt darüber informieren, was geeignete, bienenfreundliche Pflanzen sind, die sowohl den Ansprüchen jedes Einzelnen als auch denen der Insekten genügen.