Geschlechtsbestimmung

Kükensterben soll ein Ende haben

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 12.11.2018 - 12:54

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft und SELEGGT stellen marktreife Methode zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor.

Pro Jahr werden in Deutschland rund 45 Millionen männliche Küken getötet, die von Legehennenrassen stammen. Männliche Küken dieser Rassen legen keine Eier und setzen beim Mästen nicht genug Fleisch an. Aufgrund der hohen Kosten werden die männlichen Küken, die so genannten Bruderhähne, oft nicht aufgezogen. Um die Praxis des Kükentötens zu beenden, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit circa fünf Millionen Euro die Entwicklung von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei gefördert, um männliche Küken nicht erst ausbrüten zu müssen.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, stellte vergangene Woche gemeinsam mit Dr. Ludger Breloh, SELEGGT- Geschäftsführer, und Jan Kunath, stellvertretendem Vorstandsvorsitzenden der REWE Group, in Berlin das nun marktreife Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor: das SELEGGT-Verfahren. In 223 REWE- und PENNY-Märkten in Berlin können Kunden ab November die ersten Konsumeier kaufen, deren Legehennen als Brut-Ei das neue Verfahren durchlaufen haben.

Die REWE Group plant bereits für das kommende Jahr die nationale Markteinführung der so genannten "respeggt-Freiland-Eier" auf alle rund 5.500 REWE- und PENNY-Märkte in Deutschland auszudehnen. Parallel erarbeitet SELEGGT ein Geschäftsmodell, um die Technik der Branche kostenneutral als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen. Ab 2020 soll auch ersten Brütereien das patentrechtlich geschützte Verfahren zur Nutzung angeboten werden.