CO2-Emmissionen

Klimakiller Hund: CO2-Ausstoß überrascht sogar Forscher

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Dagmar Deutsch
am Donnerstag, 28.10.2021 - 11:35

Wieviel CO2 stößt ein Hund pro Jahr aus? Diese Frage beantwortet nun ein Forscherteam mit einer Ökobilanz.

In vielen Artikeln lässt sich nachlesen, wie schädlich die Haltung von Rindern für das Klima ist. Doch welchen ökologischen Fußabdruck hat eigentlich der beste Freund des Menschen? Dieser Frage sind Kim Maya Yavor und Dr. Annekatrin Lehmann nachgegangen. Sie haben unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Finkenbeiner am Fachgebiet Sustainable Engineering der Technischen Universität Berlin die Ökobilanz eines durchschnittlichen Hunds erstellt.

Wieviel CO2 produziert ein Hund?

Demnach stößt ein 15 kg schwerer Hund im Laufe von 13 Lebensjahren etwa 8,2 t CO2 aus. Das entspreche laut Prof. Dr. Finkenbeiner ...
  • ... 13 Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona
  • ... oder fast der Menge, die bei der Produktion eines Mercedes C250 emittiert wird.
Darüber hinaus scheidet der Durchschnittshund rund 1 t Kot und knapp 2.000 l Urin aus.

Erste umfassende Ökobilanz

Das alles hat signifikante Folgen für die Umwelt. Dessen Ausmaß überrascht sogar die Forscher. Ihre Ökobilanz ist die erste, die den kompletten Lebensweg eines Hundes umfasst - vom Tierfutter bis hin zu den Ausscheidungen. In ihre Berechnungen haben Yavor, Lehmann und Finkenbeiner alle Stoff- und Energieströme einbezogen, die in einem Produkt stecken und auf die Umwelt wirken:
  • Ressourcen für das Futter
  • Ressourcen für die Herstellung des Futters
  • Ressourcen für die Verpackung des Futters
  • Ressourcen für den Transport des Futters
  • Umweltauswirkungen der Exkremente
  • Produktion der Kotbeutel
  • Ressourcen für die Straßenreinigung

Hund: Futter und Kot am schädlichsten für die Umwelt

Tierfutter und die Exkremente der Hunde haben den größten ökologischen Fußabdruck. Die Forscher haben verschiedene Indikatoren untersucht, sogenannte Umweltwirkungskategorien; unter anderem den Klimawandel, Ozonabbau, Ozonabbau, Smog, Versauerung von Böden oder die Landnutzung. Bei fast allen Parametern fällt das Hundefutter mit circa 90 Prozent am schwersten ins Gewicht.

Kotbeutel umweltfreundlicher als Kothaufen

Beim Indikator Süßwasser-Eutrophierung sind allerdings Urin und Kot des Hundes die größten Klimasünder. Die Forscher untersuchten die ausgeschiedenen Mengen an Phosphor, Stickstoff und Schwermetallen und kamen zu dem Ergebnis: das Sammeln und geregelte Entsorgen der Kothaufen ist ein wichtiger Beitrag, um die Natur zu schonen. So sei die zusätzliche Umweltbelastung, die bei der Produktion der Kotbeutel entsteht, deutlich geringer als der Schaden, der entsteht, wenn der Kot direkt in die Umwelt gelangt.

Ökologischer Pfotenabdruck bei kleinen Hunden geringer

Neben der Ökobilanz des 15 kg schweren und 13 Jahre alten Durchschnittshund, haben die Forscher auch die Werte für kleinere und jüngere beziehungsweise schwerere und ältere Hunde berechnet. Demnach gilt: ein kleiner Hund belastet Klima und Umwelt weniger als ein großer.

Mit Material von Quelle: TU Berlin