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Ernährungssicherheit

Klima: Erhöhter Schädlingsdruck

wanderheuschrecke
BLW
am Donnerstag, 10.06.2021 - 12:08

Die negativen Auswirkungen von landwirtschaftlichen Schädlingen werden sich im Zuge des Klimawandels ausweiten und in der Folge auch den Druck auf die Ernährungssicherheit erhöhen.

Das bestätigt eine wissenschaftliche Studie, die jetzt von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlicht wurde. Demnach werden sich als Folge der klimatischen Veränderungen Schädlinge in Agrar- und Forstsystemen, insbesondere der kühleren, gemäßigteren und auch subtropischen Regionen ausbreiten.

Bereits ein einziger, ungewöhnlich warmer Winter könne ausreichen, um die Etablierung einer invasiven Art zu begünstigen. Laut der Studie hat die Klimaerwärmung bereits die Ausbreitung von Schädlingen wie dem Herbst-Heerwurm und verschiedenen Fruchtfliegen begünstigt. Bei anderen Arten, etwa der Wüsten- und Wanderheuschrecke, werde mit Veränderungen der Wanderrouten und der geografischen Verbreitung gerechnet.

Reise- und Handelsverkehr träg bei

Bei Pflanzenkrankheiten ist der Studie zufolge der globale Reise- und Handelsverkehr der wichtigste Faktor, gefolgt vom Wetter. Um die Bedrohungen einzudämmen, empfehlen die Autoren, die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Als genauso wichtig werden der FAO zufolge Maßnahmen betrachtet, mit denen die Verbreitung durch Handel und Reisen gemindert werden kann.

Gebraucht würden zudem mehr Forschung zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Schädlinge sowie mehr finanzielle Mittel für die nationalen Pflanzengesundheitsdienste. „Der Erhalt der Pflanzengesundheit ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen“, erklärte FAO-Generaldirektor Dr. Qu Dongyu.
Die Studie zeige, dass der Klimawandel auch hier eine der größten Herausforderungen darstelle. Nach Schätzungen der FAO fallen weltweit jährlich bis zu 40 % der Pflanzenproduktion Schädlingen zum Opfer.